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Ausfederweg am RC-Auto einstellen und vergleichen

09.10.2026

Ausfederweg, oft Droop genannt, begrenzt den Weg der Aufhängung beim Ausfedern. Wer Messverfahren und Einstellungen sauber dokumentiert, kann Vorder- und Hinterachse gezielt abstimmen, ohne Modellwerte ungeprüft zu übertragen.

Was mit Ausfederweg gemeint ist

Der Ausfederweg – im RC-Setup meist Droop genannt – bezeichnet den begrenzten Weg, den die Aufhängung aus ihrer Fahrposition nach unten beziehungsweise beim Anheben des Chassis nach außen zulässt. Droopschrauben wirken dabei als Anschlag: Werden sie weiter hineingedreht, verkürzt sich der nutzbare Weg. Das ist nicht dasselbe wie die Bodenfreiheit. Die Bodenfreiheit beschreibt die Höhe des Chassis im Stand; Droop legt fest, wie weit die Räder beim Entlasten ausfedern können. Auch Federvorspannung und Dämpfer beeinflussen das Fahrverhalten, sind aber andere Einstellgrößen. Deshalb sollte man nicht versuchen, ein Problem mit der Bodenfreiheit durch eine unkontrollierte Droop-Änderung zu kaschieren. Beide Werte getrennt prüfen und einstellen.

Messen: erst das Verfahren festlegen

Für aussagekräftige Vergleiche braucht es eine ebene, feste Messfläche und immer dieselbe Messmethode. Beim stufenförmigen Associated-Messgerät wird das Chassis auf dem Gerät abgestützt; die Anleitung zeigt, wie der Querlenker an die passende Stufe herangeführt wird. Achte darauf, dass sich der Anschlag beziehungsweise eine Schraube nicht versehentlich auf dem Messgerät abstützt: Dann würdest du nicht die vorgesehene Geometrie ablesen. Ein anderes Verfahren misst die ausgefahrene Dämpferlänge zwischen festgelegten Punkten. Diese Zahlen sind nicht direkt austauschbar: Stufenmaß, Dämpferlänge und ein aus der Fahrzeughöhe abgeleiteter Wert können unterschiedliche Bezugsgrößen haben. Nutze deshalb die Anleitung deines Modells und notiere neben dem Wert auch, wo und womit gemessen wurde. Halte das Auto während aller Messungen gleich bereit; andernfalls entsteht schnell ein scheinbarer Unterschied, obwohl nur der Messaufbau gewechselt hat.

Vorder- und Hinterachse getrennt einstellen

Stelle die Achsen nicht gedanklich als einen einzigen Wert ein. Setupblätter führen vorderen und hinteren Droop getrennt, und genau so sollte auch das eigene Protokoll aussehen. Eine Änderung an der Vorderachse kann andere Folgen haben als dieselbe Änderung hinten. Team Associated nennt beim RC8B3.1 als Beispiel, dass mehr vorderer Droop die Lenkung ohne Gas verstärken kann. Mehr Droop hinten kann auf welliger Strecke zusätzliche Traktion bringen, zugleich aber die Stabilität bei hohem Tempo verringern. Das sind Tendenzen für dieses Fahrzeug und keine Garantie für jedes Chassis, jeden Reifen oder jeden Untergrund. Prüfe die Wirkung daher auf derselben Strecke und unter ähnlichen Bedingungen, statt mehrere Änderungen gleichzeitig vorzunehmen.

Vergleichen statt Zahlen kopieren

Ein sinnvoller Vergleich hält Vorder- und Hinterachswert getrennt fest und ergänzt Strecke, Belag beziehungsweise Zustand sowie die vorgenommenen Änderungen. XRAYs Setupblatt trennt die beiden Droop-Felder und erfasst daneben Streckenbedingungen. Vergleiche nur Werte, die mit derselben Messmethode und an denselben Punkten gewonnen wurden. Ein Wert aus einem anderen Fahrzeug kann als Orientierung dienen, aber nicht als universelle Sollvorgabe: Reifen, Geometrie, Messgerät und Fahrbahn verändern die Bedeutung. Ändere nur dann weiter, wenn sich ein konkretes Fahrproblem zeigt – etwa zu wenig Traktion auf Unebenheiten – und kehre bei einer Verschlechterung zum dokumentierten Ausgangspunkt zurück. Auf diese Weise bleibt erkennbar, welche Änderung hilfreich war und welche Einstellung du beim nächsten Training wiederherstellen kannst.

Quellen

  1. Team Associated
  2. Team Associated
  3. XRAY