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Bordsteine und Straßenabläufe im Diorama ergänzen

09.10.2026

Bordstein und Straßenablauf sind kleine, aber prägnante Straßendetails. Wer ihre Lage als zusammenhängendes Entwässerungssystem plant, erzielt überzeugendere Übergänge zwischen Fahrbahn, Rinne und Gehweg.

Erst die Linie, dann die Einzelteile

Bordsteine und Straßenabläufe wirken am überzeugendsten, wenn sie nicht als Dekoration einzeln verteilt, sondern als zusammenhängende Straßenkante geplant werden. Die FGSV führt Straßenrinnen und Straßenabläufe im Regelwerk als eigene Bereiche und gliedert die ZTV Ew-StB nach Entwässerungsanlagen. Für dein Diorama ist das eine gute Planungslogik: Wasser läuft von der Fahrbahn zur Rinne am Bord und von dort zum Ablauf. [FGSV: ZTV Ew-StB](https://www.fgsv.de/netzwerk/gremien/ag-5-erd-und-grundbau/52-entwaesserung/521-ztv-ew-stb). Zeichne vor dem Kleben eine einfache Draufsicht: Wo liegt die Fahrbahnkante, wo endet der Gehweg, und an welcher Stelle soll die Rinne zum Einlauf führen? Im Miniaturmaßstab genügt oft ein einzelner Ablauf an einem Tiefpunkt oder nahe einer Einmündung. Entscheidend ist weniger die Anzahl als eine nachvollziehbare Lage. Ein Gully mitten auf einer ebenen Fahrbahn ohne erkennbare Zuführung wirkt schnell wie ein nachträglich gesetztes Zubehörteil.

Maßstab und Profil lesbar halten

Ein Bordstein braucht eine erkennbare Höhe und eine schmale Oberkante, darf aber im Modell nicht wie eine massive Mauer erscheinen. Prüfe die Wirkung mit einem Fahrzeug und einer Figur aus deinem Maßstab. So lässt sich sehen, ob der Übergang zwischen Fahrbahn und Gehweg plausibel aussieht und ob ein Rad oder Fußgänger den Bord optisch überwinden kann. Für abgesenkte Stellen an Einfahrten oder Querungen kannst du die Kante über wenige Segmente sanft abflachen, statt den Bord abrupt enden zu lassen. Die Rinne sollte als eigene Zone erkennbar sein: eine oder zwei schmale Steinreihen, eine flache Vertiefung oder ein matter, dunklerer Streifen reichen oft. Die FGSV führt Richtlinien für Straßenentwässerung und technische Vertragsbedingungen als eigene Regelwerksbereiche. Für den Modellbau heißt das nicht, eine technische Planung im Kleinen nachzubilden, sondern Bord, Rinne und Ablauf als zusammengehörige Gestaltungselemente zu behandeln. [FGSV: Entwässerung](https://www.fgsv.de/netzwerk/gremien/ag-5-erd-und-grundbau/52-entwaesserung).

Bordsteine sauber setzen

Für gerade Abschnitte eignen sich gleich lange Segmente oder ein durchgehendes Profil. Bei selbst geschnittenen Teilen zunächst eine Schnur oder eine dünne Leiste als Führung aufkleben und regelmäßig mit einem kleinen Winkel prüfen. An einer Ecke sollten die Fugen nicht zufällig auseinanderlaufen: Entweder wird ein Eckstück zugeschnitten oder der Verband sauber um die Ecke geführt. Bei einer Straßenmündung helfen kurze Übergangsstücke, damit der Bord nicht unvermittelt in die Fahrbahn springt. Klebe erst nach einer Trockenprobe. Eine dünne Kleberschicht verhindert, dass das Profil sichtbar aufschwimmt; überschüssiger Kleber sollte vor dem Aushärten entfernt werden. Die Fugen müssen nicht völlig unsichtbar sein: feine, gleichmäßige Trennlinien lassen die Kante maßstäblich gegliedert wirken. Stuttgart beschreibt sein kommunales Leistungsbuch als Sammlung standardisierter Leistungsbeschreibungen für den Tiefbau. Solche kommunalen Planungsunterlagen können dir Anregungen für klar gegliederte Randdetails geben. [Landeshauptstadt Stuttgart: Tiefbauamt-Unterlagen](https://www.stuttgart.de/leben/bauen/bauprojekte/leistungsbuch).

Straßenablauf als Einbau statt Aufkleber

Ein Straßenablauf gewinnt Tiefe, wenn sein Rahmen bündig in der Rinne sitzt und der Rost eine leicht erkennbare Öffnung bildet. Plane dafür vor dem Verkleben eine kleine Aussparung. Umrahme sie mit kurzen Steinen oder einer angedeuteten Gussfassung und passe die Rinnenlinie so an, dass sie sichtbar zum Ablauf führt. Bei einem Ablauf nahe einer Kreuzung kann eine leichte Neigung der angrenzenden Fläche die Funktion andeuten, ohne dass du ein technisch exaktes Gefälle nachbauen musst. Ein dunkler Rost auf dunklem Asphalt verschwindet leicht. Hebe deshalb den Rahmen mit einem zurückhaltenden Ton ab und setze nur in den Schlitzen sehr dunkle Farbe ein. Die FGSV-Seite nennt im Kontext der Straßenentwässerung die REwS und die RiStWag; die genauen technischen Vorgaben der Regelwerke sind für ein Modell nicht eins zu eins zu übernehmen. [FGSV: ZTV Ew-StB](https://www.fgsv.de/netzwerk/gremien/ag-5-erd-und-grundbau/52-entwaesserung/521-ztv-ew-stb).

Farbe, Patina und typische Fehler

Grundiere Bordsteine und Rinnen gemeinsam, aber variiere anschließend die Oberflächen: heller Stein, graue Betonflächen oder einzelne ausgebesserte Abschnitte erzeugen einen glaubwürdigen Wechsel. Setze Alterung sparsam dort an, wo sie die Form erklärt – etwa als feiner Schmutzsaum an der Bordunterkante und als etwas dunklere Ablagerung in der Rinne. Ein Rost darf Gebrauchsspuren zeigen, sollte aber nicht wie ein schwarzes Loch wirken. Vermeide drei häufige Übertreibungen: gleichmäßig über die ganze Strecke verteilte Abläufe, übermäßig hohe Bordsteine und breite Rinnen, die den Gehweg optisch verdrängen. Ein gutes Straßendetail fällt aus der Nähe auf, dominiert die Szene aber nicht. Kontrolliere die Wirkung deshalb einmal aus Nahsicht und einmal aus dem üblichen Betrachtungsabstand. Stuttgart führt Regelzeichnungen als Bestandteil des Tiefbauamt-Vorspanns auf; die dortige Systematik zeigt, warum konsistente Randdetails als Gruppe geplant werden sollten. [Landeshauptstadt Stuttgart: Tiefbauamt-Unterlagen](https://www.stuttgart.de/leben/bauen/bauprojekte/leistungsbuch).

Quellen

  1. Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  2. Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  3. Landeshauptstadt Stuttgart