ModellbauakteRatgeberRechner

C-Rating von Modellakkus einordnen, ohne es als Garantie zu lesen

09.10.2026

Das C-Rating setzt die Kapazität eines Akkus rechnerisch ins Verhältnis zum angegebenen Entladestrom. Wie belastbar dieser Wert im Modell ist, hängt aber auch davon ab, ob der Hersteller eine Dauer- oder Kurzzeitangabe macht und welche Daten zum konkreten Akku vorliegen.

Was die C-Zahl rechnerisch bedeutet

Das C-Rating ist kein Amperewert für sich. Es setzt die Kapazität in Amperestunden ins Verhältnis zur angegebenen Entladerate: Kapazität in Ah × C-Zahl ergibt den rechnerischen Strom in Ampere. Der Leitfaden von Gens ace rechnet beispielsweise 5.100 mAh in 5,1 Ah um und kommt bei 10C auf 51 A. [Gens ace: LiPo-Leitfaden](https://gensace.de/pages/lipo-battery-guide) Diese Rechnung übersetzt eine Angabe auf dem Akku in eine Stromgröße; sie ist kein eigener Belastungstest. Bei 2.200 mAh und 30C wären es rechnerisch 2,2 × 30, also 66 A. Auch diese 66 A bedeuten zunächst nur: So hoch fällt der aus Kapazität und C-Zahl abgeleitete Wert aus.

Vom Antrieb zurück zum passenden Wert

Für die Auswahl ist die Richtung der Rechnung wichtig: Nicht zuerst die größte C-Zahl suchen, sondern den Strombedarf des konkreten Antriebs bestimmen. Wird für ein Modell ein Spitzenstrom von beispielsweise 35 A angesetzt und soll ein 5,1-Ah-Akku verwendet werden, ergibt 35 ÷ 5,1 rund 6,9C. Das ist eine Rechenhilfe zum Einordnen, keine Produktempfehlung und kein Nachweis, dass jeder Akku mit einem solchen Aufdruck in dieser Einbausituation genügt. Prüfe, ob die zugrunde gelegte Stromaufnahme tatsächlich zu Motor, Propeller beziehungsweise Übersetzung, Spannung und Einsatzprofil passt. Ein Reglerwert allein ist kein Ersatz für den Strombedarf des gesamten Antriebs. Bei knapper Auslegung ist Reserve sinnvoll, statt die errechnete Zahl als Freibrief auszulegen.

Dauerlast und Kurzzeitangabe nicht verwechseln

Lies die Bezeichnung neben der C-Zahl genau. LRP spricht bei seiner Expert-Line-Anleitung von einer kurzfristigen Belastbarkeit bis maximal 30C und weist zugleich darauf hin, dass der Wert vom Modell abhängt. [LRP: LiPo-Anleitung](https://www.lrp.cc/fileadmin/product_downloads/instructions_en/430050.pdf) Spektrum wiederum beschreibt ein anderes Produkt als Akku mit kontinuierlicher 50C-Entladerate; für ein weiteres Produkt nennt der Hersteller eine 130C-Entladerate. [Spektrum: 50C-Akku](https://www.spektrumrc.com/product/spektrum-accessories-7.4v-5000mah-2s-50c-smart-g2-hardcase-lipo-battery-ic5/SPMX52S50H5.html) [Spektrum: 130C-Akku](https://www.spektrumrc.com/product/spektrum-accessories-7.4v-5000mah-2s-130c-smart-no-prep-drag-lipo-battery-ic5/SPMXDRB2.html) Daraus folgt nicht, dass die Produkte direkt vergleichbar sind. Es zeigt vielmehr, warum „30C“ oder „130C“ ohne den Zusatz „kontinuierlich“, „kurzzeitig“ oder konkrete Herstellerbedingungen zu wenig Information für eine sichere Auslegung liefert. Übertrage Angaben nicht von einer Produktreihe oder einem Akkuformat auf einen anderen.

Was auf dem Etikett nicht mitgeliefert wird

Die Multiplikation verrät nichts darüber, wie sich ein konkreter Akku unter der Last und über die Nutzungsdauer verhält. Eine C-Angabe ersetzt daher weder die genaue Produktdokumentation noch die Beobachtung von Temperatur und Spannung im Betrieb. Als Beispiel führt Spektrum für seinen Smart-Akku Akkutemperatur und Innenwiderstand als eigene gespeicherte Daten auf. [Spektrum: Produktdaten](https://www.spektrumrc.com/product/spektrum-accessories-7.4v-5000mah-2s-130c-smart-no-prep-drag-lipo-battery-ic5/SPMXDRB2.html) Das sind Zusatzinformationen dieses Smart-Systems, keine Messwerte, die für jeden Modellakku verfügbar wären. Nutze sie – falls vorhanden – zusammen mit Zustandskontrolle, Herstellerangaben und dem realen Strombedarf, nicht als nachträgliche Bestätigung einer beliebigen C-Zahl.

Eine kurze Prüfroutine vor dem Einbau

1. Kapazität in Ah umrechnen und mit der C-Angabe multiplizieren, um den beanspruchten Stromwert zu erhalten. 2. Beim Hersteller nachsehen, ob die Zahl für Dauer- oder Kurzzeitentladung gilt und für welches konkrete Akkumodell sie gilt. 3. Den erwarteten Strom des Antriebs mit diesem Wert vergleichen und nicht bis an eine bloß errechnete Grenze planen. 4. Gewicht, Abmessungen, Stecksystem und Spannung ebenfalls mit dem Modell abgleichen; die C-Zahl beantwortet diese Fragen nicht. Damit bleibt das C-Rating nützlich: Es liefert eine schnelle Rechen- und Vergleichsgröße. Als Garantie für eine bestimmte Laufzeit, Spannungslage oder Temperatur sollte man es nicht lesen.

Quellen

  1. Genspow GmbH (Gens ace)
  2. LRP electronic GmbH
  3. Spektrum (Horizon Hobby)
  4. Spektrum (Horizon Hobby)