Doppeldeckerstreben mit einer Montagelehre ausrichten
09.10.2026
Eine Montagelehre hält die Flügel während der Strebenmontage in der vorgesehenen Lage. Entscheidend sind jedoch belastbare Bezugspunkte, eine trockene Passprobe und Kontrollen aus mehreren Blickrichtungen, bevor Klebstoff die Justage fixiert.
Was die Lehre tatsächlich festlegt
Eine Montagelehre ist kein Ersatz für einen geraden Rumpf oder passend sitzende Streben. Sie hält die Flügel während des Fügens in einer wiederholbaren Lage. Bei einem Freiflugmodell beschreibt Dave Rees zwei Schaumstoff-Lehren, die nahe am Rumpf die Flügel von vorn parallel halten. Ein RC-Bau kann das Prinzip übernehmen: zwei gleich hohe, spiegelbildlich ausgeschnittene Auflagen stützen Ober- und Unterflügel, ohne sie zu verwinden. Die Abmessungen müssen aber aus dem eigenen Bauplan kommen – nicht aus einem fremden Modell. Legen Sie zuerst den Bezug fest. Als Beispiel nutzt Airfield Models den Motorspant als Referenz, weil er rechtwinklig zur Rumpfmittellinie liegt. Bei einem anderen Rumpf ist diese Fläche womöglich nicht zugänglich oder nicht genau ausgerichtet; verwenden Sie dann die im Plan definierte Mittellinie und kontrollieren Sie deren Übertragung auf beide Rumpfseiten. Eine Lehre kann einen falschen Bezug präzise wiederholen.
Lehre und Flügelabstand vorbereiten
Übertragen Sie Flügelhöhe und -position aus der Seitenansicht des Plans auf zwei feste Lehren. Setzen Sie das Modell so ein, dass es ohne Druck aufliegt; Klemmen sollen nur gegen Verrutschen sichern. Prüfen Sie vor der Strebenarbeit, ob der Unterflügel planmäßig am Rumpf sitzt und in mehreren Richtungen fluchtet. Rees beschreibt diese Prüfung vor dem endgültigen Verkleben des unteren Flügels. Danach kommt die Draufsicht: Kontrollieren Sie, ob Ober- und Unterflügel parallel stehen und der Oberflügel mittig über dem Rumpf liegt. Für die Nasenleisten gibt eine Herstelleranleitung eine konkrete Prüfansicht von unten vor: Die beiden Kanten sollen parallel sein. Eine Messung links und rechts zwischen den Flügeln hilft, einen seitlich schiefen Oberflügel zu erkennen. Der Abstand allein reicht nicht: stimmen die Abstände, aber sind die Flügel gegeneinander verdreht, kann die Nasenleistenkontrolle den Fehler sichtbar machen.
Streben trocken einpassen
Stecken Sie Cabane- und Außenstreben zunächst ohne Klebstoff ein. Prüfen Sie, ob ihre Enden sauber in den Ausschnitten sitzen und ob die Streben paarweise denselben Verlauf haben. Die vorgesehenen Winkel sind modell- und planabhängig: Bei Vor- oder Rückpfeilung darf eine Strebe schräg stehen, wenn der Plan es so vorgibt. Schauen Sie zusätzlich von vorn und oben. Airfield Models weist bei seinem Cabane-Aufbau darauf hin, dass ein Strebenpaar weiter nach vorn oder hinten gedreht sein kann als das andere. Das ist ein Grund, beide Seiten mit denselben Planbezügen zu prüfen. Passt der Oberflügel nicht, korrigieren Sie zuerst die Lage in den Aufnahmen oder die Lehre, statt eine Strebe unter Spannung einzukleben. Änderungen an Ausschnitten sollten nur erfolgen, wenn Material und Passung dadurch nicht geschwächt werden.
Fixieren, kontrollieren, erst dann aushärten lassen
Wenn beide Flügel korrekt sitzen, sichern Sie sie in der Lehre und setzen die Streben an. Arbeiten Sie abschnittsweise: erst die Streben an einer Seite ausrichten, dann die Gegenseite vergleichen. Prüfen Sie nach jeder Verbindung erneut Flügelabstand, Parallelität der Nasenleisten und Mittigkeit des Oberflügels. Diese Reihenfolge ist eine praktische Ableitung aus den beschriebenen Lehren und den Montageanleitungen, kein universelles Klebeverfahren; Klebstoff und Aushärtezeit richten sich nach Werkstoff, Verbindung und Herstellerhinweisen. Lösen Sie die Lehre erst, wenn die Verbindungen ausreichend fest sind. Danach prüfen Sie die Geometrie nochmals ohne Zwang durch die Lehre. Eine Lehre ist vor allem eine Positionierhilfe beim Bau, keine Garantie für korrekte Einstellwinkel, Verwindungsfreiheit oder Tragfähigkeit. Bei abweichender Flügelstaffelung, V-Form oder ungewöhnlichen Strebenwinkeln gilt der Bauplan – und nicht die optische Symmetrie eines anderen Doppeldeckers.