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F-Schlepp mit RC-Seglern: Vorbereitung im eingespielten Team

09.10.2026

Ein ruhiger F-Schlepp beginnt mit gemeinsamer Vorbereitung: Kupplung und Seil prüfen, Aufgaben und knappe Kommandos festlegen und den Start ohne Hektik fliegen. Eine einfache Ablaufstruktur hilft dem Schleppteam, Abweichungen früh zu erkennen und sicher zu reagieren.

Warum die Vorbereitung ein Teamjob ist

Beim F-Schlepp steuert nicht ein Pilot ein einzelnes Modell, sondern zwei Menschen koordinieren zwei Flugzeuge. Der MFSD beschreibt das Team ausdrücklich als Schlepppiloten und Seglerpiloten. Daraus folgt eine praktische Regel: Vor dem Einhängen muss klar sein, wer welchen Teil des Ablaufs verantwortet. Das verhindert, dass beide gleichzeitig starten wollen oder jeder auf das Kommando des anderen wartet. Vereinbart einen kurzen Ablauf in derselben Reihenfolge, jedes Mal: Platz- und Flugraumfreigabe nach den örtlichen Regeln, Modelle startklar melden, Seil anschließen und sichtbar spannen, letzte Rückmeldung, dann Start. Im MFSD-Regelwerk ist Flugvorbereitung ein eigener Regelungsabschnitt. Das unterstreicht, warum die Vorbereitung als bewusster Schritt zum Flug gehören sollte; auf dem Platz gilt immer die örtliche Flugordnung und die Abstimmung mit den dort Verantwortlichen.

Am Boden: Kupplung, Seil und Zuständigkeiten

Prüft die Kupplung beider Modelle mechanisch und per Funktionstest ohne Zug: Sie muss sauber schließen und auf den vorgesehenen Senderbefehl öffnen. Der MFSD hebt die Leichtgängigkeit der Kupplung hervor. Ein Funktionstest am Boden ist sinnvoller als erst im Flug herauszufinden, dass ein Servo klemmt oder der Haken nicht frei läuft. Seillänge nicht nach einer vermeintlich universellen Zahl wählen: Der MFSD nennt etwa 25 Meter als häufige Präferenz erfahrener Schlepppiloten, ausdrücklich abhängig von Modellgröße und Gelände. Kontrolliert Seil und Schlaufen auf Scheuerstellen, Knoten und sichere Befestigung; vereinbart, wer den Anschluss kontrolliert und wer nach dem Schlepp das Seil einsammelt oder abwirft. Passt die Seillänge oder der Zustand nicht zur Kombination, wird nicht gestartet.

Ein Briefing, das in einem Satz Platz hat

Stimmt vor jedem Start die knappen Kommandos ab. Zum Beispiel: „Seil dran“, „bereit“, „Start“, „Abbruch“ und „Ausklinken“. Benutzt nur eindeutige Worte, die beide Piloten gut hören; bei Funkverbindung kann eine Rückbestätigung helfen. Das ist keine Funkprozedur für jeden Platz, sondern ein Vorschlag, den ihr an euer Gelände und dessen Regeln anpasst. Legt außerdem fest, wer den Start abbricht, falls ein Modell nicht sauber rollt, das Seil durchhängt oder eine Person den Startbereich betritt. Die Absprache ist nicht nur vor dem Start wichtig: Der Magdeburger Verein hebt sie ausdrücklich für den Schlepp selbst hervor. Ein kurzes, verständliches Kommando ist besser als eine längere Erklärung im kritischen Moment.

Der Start: ruhig bleiben und den Ablauf nicht vermischen

Der Schlepppilot fliegt den Startablauf, den er mit seiner Maschine beherrscht; der Seglerpilot konzentriert sich auf sein Modell und folgt. Genau diesen Grundsatz formuliert auch der MFSD. Für die Praxis heißt das: keine hektischen Steuerkorrekturen, nur um sofort eine perfekte Formation herzustellen. Beobachtet zunächst, ob beide Modelle beschleunigen und das Seil kontrolliert gespannt bleibt. Wenn etwas nicht stimmt, ist ein vorher verabredeter Abbruch besser als ein improvisierter Rettungsversuch. Die Startentscheidung sollte erst fallen, wenn beide Piloten startbereit sind und Helfer beziehungsweise Platzbetrieb geklärt sind. Der genaue Handgriff hängt vom Modell und der Platzordnung ab; ein universelles Startkommando oder eine starre Rollstrecke lässt sich aus den hier herangezogenen Vereins- und Verbandsquellen nicht ableiten.

Im Steigflug: Position und Tempo gemeinsam beobachten

Für den Schleppflug beschreibt der Magdeburger Modellflugsportverein gleichmäßiges Steigen und weiche Kurven; der Segler soll in Kurven etwas außen bleiben. Nutzt das als Bild für einen ruhigen Gespannflug statt als starres Rezept: Modellgröße, Wind, Leistungsreserve und Fluggelände beeinflussen, was für die konkrete Kombination passt. Vereinbart vorab kurze Korrekturworte wie „langsamer“, „geradeaus“ oder „Kurve später“. Macht möglichst jeweils nur eine kleine Korrektur und beobachtet die Wirkung. Hängt die Leine durch oder wird das Gespann unruhig, sagt das früh an; beide Piloten sollten wissen, ob sie zunächst Kurs halten, eine Kurve vermeiden oder den Schlepp beenden wollen. Der konkrete Auslöse- und Notfallablauf gehört in die Einweisung der Piloten und muss zur Kupplung passen.

Ausklinken und Trennung vorab festlegen

Besprecht vor dem Start, wer das Ausklinken ankündigt, welches Kommando dafür gilt und in welche Richtung die Modelle nach der Trennung auseinanderfliegen. Der MFSD führt korrektes Ausklinken als Teil des gemeinsamen Schlepps an; die knappe Vorabsprache macht daraus einen nachvollziehbaren Schritt statt einer Überraschung. Auch das Schleppflugzeug muss wissen, was nach dem Trennen mit dem Seil geschieht. Der Magdeburger Verein warnt davor, das Seil ohne Weiteres mitzulanden: Es kann sich im Endanflug verfangen und das Modell abrupt abbremsen. Klärt daher vorab eine sichere, platzverträgliche Seilhandhabung nach den örtlichen Vorgaben. Bergung oder Abwurf dürfen nicht den übrigen Flugbetrieb gefährden.

Nach dem Flug: kurze Rückschau statt Schuldzuweisung

Nach der Landung reichen oft zwei Fragen: Was lief ruhig, und was ändern wir beim nächsten Schlepp? Notiert bei Bedarf eine konkrete Beobachtung – etwa unklare Kommandos, ungünstige Seillänge oder eine Kupplung, die erst beim zweiten Versuch öffnete. Die nächste Runde bekommt damit einen kleinen, überprüfbaren Verbesserungsauftrag. Ein eingespieltes Schleppteam entsteht nicht dadurch, dass jedes Modell oder jeder Tag gleich ist, sondern indem beide Piloten dieselben Prüfpunkte durchgehen und Abweichungen offen ansprechen. Nutzt den Flugplatzbetrieb, die lokale Flugordnung und die Einweisung erfahrener Vereinsmitglieder als Rahmen; die Checkliste ersetzt weder technische Modellkenntnis noch die Regeln des eigenen Geländes.

Quellen

  1. Modellflugsportverband Deutschland e.V.
  2. Modellflugsportverband Deutschland e.V.
  3. 1. Magdeburger Modellflugsportverein e.V.
  4. Modellflugsportverband Deutschland e.V., Ressort Sport