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Flugzeit aus Telemetrie und Nachladewerten sinnvoll abschätzen

09.10.2026

Verbrauchte mAh, Flugminuten und Nachladebedarf ergeben zusammen eine brauchbare persönliche Flugzeitplanung. Die Rechnung bleibt eine Schätzung: Reserve, Messabweichung und unterschiedliche Flugprofile müssen mitgedacht werden.

Warum mAh mehr sagen als eine Stoppuhr

Ein Timer kennt die verstrichene Zeit, aber nicht, wie viel Energie der konkrete Flug beansprucht hat. Steigflüge, Vollgaspassagen, Kunstflug, Wind und ein anderer Propeller verändern die Belastung. Ein Telemetriekanal für verbrauchte Kapazität ergänzt die Uhr um den tatsächlich gemessenen Verbrauch: Ein ESC kann solche Werte direkt senden; alternativ berechnet die Anlage aus dem Stromsensor einen kumulierten Consumption-Wert. FrSky beschreibt genau diesen Weg, und PowerBox führt Spannung, Strom und verbrauchte Kapazität als Telemetriedaten seiner iESCs auf. [FrSky Ethos: Telemetrie](https://ethos-doc.frsky.com/model-setup/telemetry/) · [PowerBox iESC](https://www.powerbox-systems.com/en/1758/iesc-65-8) Die Einheiten nicht verwechseln: mAh ist eine aufsummierte Kapazität, A der momentane Strom. Die mAh-Zahl wird erst als Flugzeitmaß brauchbar, wenn sie mit der Flugdauer desselben Akkus und eines vergleichbaren Flugprofils zusammen betrachtet wird.

Erst verlässliche Messwerte sammeln

Prüfe vor der Auswertung, ob dein ESC oder Sensor überhaupt einen Verbrauchswert liefert. Bei einem berechneten Sensor muss der Stromsensor als Quelle gewählt und die Anzeige sinnvoll auf mAh eingestellt sein. Lege außerdem fest, wann der Summenzähler zurückgesetzt wird – etwa beim Einschalten des Modells beziehungsweise beim Beginn eines neuen Flugs. Ethos unterstützt Protokolle auf SD-Karte oder eMMC; damit lässt sich nach dem Flug Verbrauch mit Dauer abgleichen. [FrSky Ethos: Telemetrie](https://ethos-doc.frsky.com/model-setup/telemetry/) Notiere je Akkupack mindestens: Flugzeit bis zur Landung, verbrauchte mAh, Akkubezeichnung und Besonderheiten des Flugs. Nicht eine einzelne Messung als Norm behandeln. Mehrere typische Flüge bilden einen besseren persönlichen Ausgangswert. Ein falsch gesetzter Reset, ein Sensor ohne passenden Messbereich oder ein anderes Modell im Datenlog kann die Rechnung entwerten.

Verbrauch pro Minute und Restzeit rechnen

Berechne für jeden Flug zunächst den mittleren Verbrauch: verbrauchte mAh geteilt durch Flugminuten. Für eine grobe Restzeit teilst du anschließend die noch eingeplante Kapazität durch diesen Wert. Das ist eine Planungsrechnung, keine Zusage über die verbleibende Motorlaufzeit. Beispiel: Bei einem 2800-mAh-Pack landest du nach 6 Minuten mit 1500 mAh Verbrauch. Das entspricht 250 mAh pro Minute. Setzt du für die nächste Planung – wie im FrSky-Beispiel – eine Warnschwelle bei 2000 mAh, liegen zwischen dem bisherigen Verbrauch und dem Alarm 500 mAh. Bei unverändertem Durchschnitt wären das rechnerisch noch 2 Minuten bis zum Alarm. Die Schwelle selbst ist aber kein Signal, erst dann zu landen: Alarm, Anflug und Landung brauchen ebenfalls Zeit. [FrSky Ethos: Verbrauchswarnung](https://ethos-doc.frsky.com/programming-tutorials/how-to-section/) Für die nächste Flugplanung kannst du dieselbe Beziehung umdrehen: Wenn ein Flug mit vergleichbarem Profil beispielsweise 250 mAh/min benötigt und du höchstens 1750 mAh verplanen willst, ergibt sich eine rechnerische Obergrenze von 7 Minuten (1750 ÷ 250). Setze den geplanten Wert unter die nutzbare Akkukapazität, statt die aufgedruckte Nennkapazität vollständig zu verplanen.

Nachladen als Plausibilitätscheck nutzen

Nach dem Flug hilft die Ladeanzeige als unabhängiger Plausibilitätscheck: Notiere, wie viele mAh das Ladegerät bis zum üblichen Ladeende nachlädt. Vergleiche diesen Wert mit der Telemetrie für denselben Pack. Die Werte müssen nicht exakt gleich sein – Ladegerät und Telemetrie erfassen an verschiedenen Stellen, und eine Abweichung kann auf eine unpassende Messkonfiguration oder einen nicht zurückgesetzten Zähler hinweisen. Der Nachladewert ist deshalb nützlich, um die eigene Messkette über mehrere Zyklen zu überprüfen, aber nicht als direkte Flugzeitmessung. Wenn Ladegerät und Telemetrie dauerhaft stark auseinanderliegen, passe die Flugzeitformel nicht einfach an den bequemeren Wert an. Prüfe zunächst Reset, Sensorquelle, Anzeigeeinheit und Packzuordnung. Erst eine konsistente Reihe von Flügen und Ladevorgängen taugt dazu, den Mittelwert des Verbrauchs zu bestimmen.

Reserve, Profilwechsel und Spannungsgrenzen

FrSkys Beispiel für 2000 mAh bei einem 2800-mAh-LiPo zeigt, wie eine Warnschwelle vor Erreichen der Nennkapazität gesetzt werden kann. Welcher Anteil als Reserve verbleibt, hängt jedoch von Pack, Zustand, Belastbarkeit und Modell ab; übernimm einen Beispielwert nicht blind als universelle Regel. Plane so, dass nach der Warnung genügend Zeit für einen sicheren Anflug und die Landung bleibt. Auch die Spannung ist ein ergänzender Warnkanal, kein Ersatz für die Verbrauchsrechnung. FrSky beschreibt eine LiPo-Schwelle unter Last und merkt an, dass die Zellspannung nach Entlastung wieder ansteigen kann. Eine Erholung nach dem Gaswegnehmen bedeutet daher nicht, dass der Akku plötzlich zusätzliche Flugzeit gewonnen hat. [FrSky Ethos: Verbrauchs- und Spannungswarnung](https://ethos-doc.frsky.com/programming-tutorials/how-to-section/) Bei Kälte, stärkerem Wind, aggressiverem Flugstil, gealtertem Pack oder einem anderen Propeller ist der bisherige mAh-pro-Minute-Wert nicht verlässlich übertragbar. Beginne nach solchen Änderungen konservativ, protokolliere neue Flüge und aktualisiere deinen Plan erst anhand vergleichbarer Daten. Telemetrie verbessert die Einschätzung – sie ersetzt weder Reserve noch die Entscheidung, rechtzeitig zu landen.

Quellen

  1. FrSky Ethos Manual
  2. FrSky Ethos Manual
  3. PowerBox-Systems GmbH