LEDs in Reihe oder parallel für Modelle verschalten?
09.10.2026
Für Modellbeleuchtung ist eine Reihenschaltung meist die einfache Wahl, wenn die Versorgungsspannung für mehrere LEDs samt Vorwiderstand reicht. Parallele Zweige sind flexibler, brauchen aber jeweils eine eigene Strombegrenzung. So lassen sich beide Varianten dimensionieren und typische Helligkeitsunterschiede vermeiden.
Erst die Versorgung prüfen
Bei einer Modellbeleuchtung entscheidet nicht allein die Zahl der LEDs, sondern ob die Stromquelle genug Spannung für die gesamte Kette bereitstellt. Jede LED hat eine Flussspannung (VF); sie unterscheidet sich je nach Bauteil und Farbe. Datenblatt oder Verpackung sind daher verlässlicher als eine pauschale Farbregel. Ein Vorwiderstand begrenzt den Strom. Seine überschlägige Berechnung lautet: R = (VQuelle − Summe der LED-Flussspannungen) / I. Dabei müssen Spannung und Strom in passenden Einheiten eingesetzt werden: Volt und Ampere ergeben Ohm. Für die Auslegung zählt der zulässige Betriebsstrom des konkreten LED-Typs, nicht ein beliebiger Standardwert.
Reihe: ein durchgehender Lichtstrang
In einer Reihenschaltung führt ein Pfad nacheinander durch alle LEDs. Die erforderliche Spannung ist die Summe ihrer Flussspannungen plus der Spannung, die am Vorwiderstand abfallen soll. Der Vorteil beim Bau kleiner Szenen: Eine Kette lässt sich übersichtlich verdrahten, und ein einzelner Vorwiderstand kann den Strom der ganzen Kette begrenzen. Als Beispiel: Drei rote LEDs mit angenommenen 2 V Flussspannung an einer stabilen 9-V-Versorgung lassen bei 15 mA rechnerisch 3 V für den Widerstand übrig. R = 3 V / 0,015 A = 200 Ohm; praktisch wählt man einen passenden verfügbaren Wert oberhalb des Rechenwerts und prüft den tatsächlichen Strom. Ob die Versorgung unter Last stabil bleibt, ist zusätzlich zu beachten. Eine Reihenkette ist ungeeignet, wenn die Versorgungsspannung nicht über der addierten LED-Spannung liegt. Wo Spannung und LEDs zusammenpassen, kann die Reihenschaltung etwas effizienter sein.
Parallel: mehrere unabhängige Zweige
Bei paralleler Verdrahtung liegt jeder Zweig zwischen denselben Versorgungsschienen; dadurch erhält jeder Zweig die Versorgungsspannung. Das ist praktisch, wenn einzelne Lampen in unterschiedlichen Modellbereichen platziert werden sollen. Aber LEDs sollten nicht einfach ohne eigene Strombegrenzung parallel zusammengeschaltet werden. Kleine Unterschiede ihrer Flussspannungen können dazu führen, dass eine LED mehr Strom übernimmt und heller leuchtet als die anderen. Setze deshalb je LED einen Widerstand in Reihe. Für den Beispielzweig mit 9 V, einer roten LED mit angenommenen 2 V und 15 mA gilt: R = (9 − 2) / 0,015 ≈ 467 Ohm; als nächster üblicher Wert bietet sich 470 Ohm an. Jede weitere parallele LED erhält ihren eigenen Widerstand. Die Quelle muss dann den Gesamtstrom aller Zweige liefern können.
Kompromiss: Reihenstränge parallel
Bei vielen LEDs ist eine gemischte Schaltung oft ein guter Kompromiss: Mehrere LEDs bilden jeweils eine Reihenkette, und diese Ketten liegen parallel. Jede Kette bekommt ihren eigenen Vorwiderstand. So nutzt man die Versorgungsspannung über mehrere LEDs einer Kette, ohne den Strom zwischen einzelnen parallelen LEDs direkt aufteilen zu lassen. Die Ketten sollten gleich aufgebaut sein, wenn eine gleichmäßige Helligkeit gewünscht ist. Bei unterschiedlicher LED-Farbe, Flussspannung oder gewünschtem Strom sind Widerstände je Strang getrennt zu berechnen; ein einzelner Widerstand vor mehreren parallelen Ketten kann Unterschiede nicht zuverlässig ausgleichen.
So triffst du die Wahl am Basteltisch
Für eine einzelne beleuchtete Kabine, Scheinwerfergruppe oder Gebäudefensterreihe ist eine Reihenschaltung sinnvoll, wenn die Versorgung genügend Spannungsreserve hat und alle LEDs denselben Strom vertragen. Bei längeren Modellanlagen mit mehreren räumlich getrennten Lichtpunkten sind parallele Zweige einfacher zu erweitern; plane dann pro LED oder pro gleichartigem Reihenstrang einen eigenen Widerstand ein. Vor dem endgültigen Einbau empfiehlt sich ein Testaufbau: Polarität und LED-Datenblatt prüfen, Strombegrenzung einsetzen und die Helligkeit kontrollieren. Bei knapp bemessener Versorgung, stark unterschiedlichen LEDs oder einer stromgeregelten LED-Treiber-Schaltung gelten deren jeweilige Auslegungsregeln; die einfache Widerstandsrechnung ersetzt keine Prüfung dieser Schaltung.