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Lexan-Karosserien von innen lackieren: Arbeitsfolge planen

09.10.2026

Eine saubere Innenlackierung entsteht durch eine festgelegte Reihenfolge: Karosserie reinigen und trocknen, Scheiben und Farbflächen maskieren, geeignete Polycarbonatfarbe in abgestimmter Reihenfolge auftragen und Effektfarben korrekt hinterlegen.

Die Reihenfolge vor dem ersten Sprühstoß festlegen

Bei einer transparenten RC-Karosserie wird die Farbe innen aufgetragen. Dadurch liegt der Lack hinter der glatten Außenseite; Farbflächen und Scheiben müssen deshalb vor dem Lackieren auf der Innenseite geplant werden. Für die Planung hilft eine einfache Regel: erst die Details, die später durch andere Schichten hindurch sichtbar bleiben sollen, dann die Grundfarbe und zuletzt der deckende Abschluss. Bei mehreren Farben gilt grundsätzlich dunkel vor hell. Team Associated beschreibt genau diese Reihenfolge und rät ausdrücklich zu Farbe, die für Polycarbonat vorgesehen ist ([Anleitung von Team Associated](https://apps.associatedelectrics.com/ateamapps/vehicle_reference/rc10classicessentials/pages/manual-Body.html)).

Reinigen und trocknen, bevor Masken aufliegen

Wasche die Karosserie vor dem Abkleben. Team Associated empfiehlt warmes Wasser mit Flüssigreiniger und ein gründliches Trocknen mit einem sauberen, weichen, fusselfreien Tuch. Tamiya nennt alternativ Spülwasser oder seinen speziellen Polycarbonat-Reiniger, um Schmutz und Fett zu entfernen ([Tamiya: Karosserien lackieren](https://www.tamiya.de/tamiya_de/blog/228-rc-karosserien-lackieren-so-geht-es-richtig/)). Für den Arbeitsablauf heißt das: nicht nur die großen Flächen, sondern auch Ecken und enge Sicken abspülen, dann vollständig abtrocknen lassen, bevor Fenster- oder Designmasken aufgebracht werden. Verbleibende Feuchtigkeit oder Schmutz unter einer Maske können die geplante saubere Kante gefährden; bei einer bereits montierten Maske lässt sich die Stelle nur noch schwer erreichen.

Maskierung als Malplan lesen

Lege vorab fest, welche Flächen durchsichtig bleiben, welche Farbfelder entstehen und welche Bereiche eine spätere Deckschicht brauchen. Scheibenmasken kommen innen auf die Fenster; zusätzliche Maskierfolie oder -band trennt die Designflächen. Das ist nicht bloß ein Schritt zum Schutz der Scheiben: Die Maskierung bestimmt auch, welche Farbe als nächste erreichbar bleibt. Ein Streifen, der nach einer frühen dunklen Schicht entfernt werden soll, muss in diesem Moment entfernt werden, nicht erst nach dem kompletten Farbaufbau. Notiere dir deshalb eine kurze Abfolge, etwa „Fenster abkleben – dunkle Akzente sprühen – Akzentmasken abziehen – helle Hauptfarbe – deckende Rückseite“. Team Associated empfiehlt hochwertige Maskierung für Fenster und Motivflächen und nennt die Dunkel-zu-Hell-Reihenfolge als Orientierung.

Farben in kontrollierten Etappen auftragen

Verwende auf der Karosserie Polycarbonatfarbe; Tamiya unterscheidet diese ausdrücklich von den Farben für Kunststoff-Anbauteile wie Spiegel oder Spoiler. Sprühe nicht gleich die gesamte Fläche kräftig zu. Tamiya empfiehlt bei der Spraydose etwa 25 bis 30 Zentimeter Abstand und mehrere dünne Aufträge. Plane nach jedem Farbauftrag eine Sichtkontrolle gegen das Licht ein: Dabei lassen sich ausgelassene Bereiche erkennen, bevor die nächste Farbe oder eine weitere Maske sie verdeckt. Bei einem typischen Zweifarbendesign kommt zuerst der dunkle Streifen, danach – nach dem vorgesehenen Maskenwechsel – die helle Grundfarbe. Das Vorgehen verbindet die Farbreihenfolge von Team Associated mit Tamiyas Abstandsempfehlung; genaue Trocknungs- und Verarbeitungsangaben des jeweils verwendeten Farbprodukts haben Vorrang.

Spezialeffekte brauchen eine passende Rückseite

Transparente Effektfarben sind nicht automatisch eine fertige Deckschicht. Ein konkretes Beispiel ist Spaz Stix Sky Blue Mirror Chrome: Der Hersteller beschreibt die Farbe als Innenauftrag und verlangt für den Effekt einen schwarzen Backer; ohne diesen könne die Farbe leicht abgewischt werden und habe keine Haltbarkeit. Wird außen statt innen lackiert, ändern sich die Vorgaben nochmals, darunter eine Basis- und Klarlackschicht. Auch beim Klarlack ist Zurückhaltung relevant: Laut Hersteller kann ein zu starker Auftrag auf einmal den Chrome-Effekt mindern ([Spaz Stix Produktanleitung](https://spazstix.com/products/10020-sky-blue-mirror-chrome)). Das ist eine produktspezifische Vorgabe, keine allgemeine Regel für jeden Metallic- oder Perleffekt. Prüfe deshalb bei Spezialfarben stets die Anleitung des konkreten Produkts und plane Backer und Deckschicht gleich mit ein.

Abschluss in der richtigen Reihenfolge

Eine robuste Arbeitsfolge lässt sich so zusammenfassen: reinigen und vollständig trocknen; Fenster und Motivflächen maskieren; dunkle oder transparente Effektfarben auftragen; die jeweils dafür vorgesehenen Masken nach dem Farbplan abziehen; hellere Farbe und nötigen Backer ergänzen; trocknen lassen; erst dann die verbleibenden Masken und die äußere Schutzfolie entfernen. Ob einzelne Abdeckungen früher abgezogen werden müssen, hängt vom Motiv und der Herstelleranleitung ab. Markiere diesen Zeitpunkt direkt auf einer Skizze der Karosserie, besonders bei mehrschichtigen Designs. Wer die Reihenfolge vor dem Sprühen festlegt, vermeidet, dass eine spätere Schicht eine wichtige Maskenkante verdeckt oder ein Effekt ohne benötigte Rückseite bleibt. Die Angaben der Hersteller unterscheiden sich je nach Farbe und Karosserie; halte dich deshalb bei Sonderprodukten an deren jeweilige Verarbeitungshinweise.

Quellen

  1. Tamiya Deutschland
  2. Team Associated
  3. Spaz Stix