Matten Klarlack auf Modellen gleichmäßig auftragen
08.10.2026
Ein matter Klarlack wirkt gleichmäßig, wenn Auftrag und gewünschter Glanzgrad zusammenpassen. Der Beitrag vergleicht Airbrush, Pinsel und Spraydose und zeigt, worauf bei dünnen Schichten, Untergrundfarbe und Trocknung zu achten ist.
Erst den gewünschten Glanzgrad festlegen
Matt ist nicht gleich matt: Ein matter Klarlack nimmt dem Modell den Glanz, ein Ultra-Mattlack zielt auf einen besonders stumpfen, „dead flat“ wirkenden Eindruck. Das kann bei Fahrzeugen oder Figuren erwünscht sein, während ein seidenmatter Schein zu manchen lackierten Oberflächen besser passt. Tamiya führt TS-80 als matten transparenten Überzug, unter anderem für AFV-Modelle; AK-Interactive bietet einen Ultra-Mattlack an, der als dead-flat-Finish beschrieben wird. Klarlack ist zwar transparent, aber sein Auftrag ist optisch nicht folgenlos: Tamiya weist darauf hin, dass die Grundfarbe bei transparenten Klarfarben durchscheint und das Erscheinungsbild beeinflusst. Legen Sie deshalb vorab fest, ob Sie nur den Glanz vereinheitlichen oder bewusst einen sehr stumpfen Effekt erreichen wollen.
Untergrund und Werkzeug vorbereiten
Arbeiten Sie erst, wenn die Farbschichten darunter trocken und die Oberfläche frei von Staub und losen Partikeln ist. Das ist eine praktische Vorsichtsmaßnahme: Ein Klarlackauftrag versiegelt, was darunter liegt, und kann Schmutz nicht unsichtbar machen. Entscheiden Sie dann nach Größe und Form des Modells. Ein Pinsel eignet sich für kleine Flächen und Ausbesserungen, eine Airbrush für kontrollierte, gleichmäßige Bahnen; AK nennt für seinen Ultra-Mattlack ausdrücklich beide Wege. Schütteln Sie das Produkt vor jeder Verwendung. Halten Sie sich bei Verdünnung und Reinigung an das konkrete Produktetikett – eine Rezeptur oder ein Verdünner ist nicht automatisch auf andere Klarlacke übertragbar.
Mit Airbrush oder Spraydose dünn arbeiten
Für eine Sprühdose ist eine ruhige, gleichmäßige Bewegung wichtiger als ein einzelner deckender Durchgang. AK empfiehlt bei seinem Mattlack-Spray schnelle, dünne Spritzgänge aus ungefähr 25 Zentimetern Abstand. Setzen Sie den Sprühstrahl neben dem Modell an, führen Sie ihn über die Fläche und lösen Sie den Sprühkopf erst danach; so vermeiden Sie, an einer Stelle zu beginnen oder zu stoppen. Bei der Airbrush gilt als sinnvolle Umsetzung dasselbe Prinzip: nicht auf einer Stelle verweilen und Kanten, Hinterschneidungen sowie große Flächen in getrennten Bahnen abdecken. Arbeiten Sie nicht mit einem nassen, dicken Auftrag auf einmal – Ansammlungen können Details optisch zusetzen und die Trocknung ungleichmäßig erscheinen lassen. Trocknungsangaben unterscheiden sich je nach Produkt; beachten Sie daher die Angaben auf dem jeweiligen Gebinde.
Pinselauftrag: Fläche teilen statt hin- und herstreichen
Bei kleinen Teilen oder lokalen Korrekturen lässt sich Klarlack auch mit einem weichen, sauberen Pinsel auftragen. AK bestätigt den Pinselauftrag für sein Ultra-Mattprodukt. Schütteln Sie das Produkt zuerst gründlich, nehmen Sie eine ausreichende, aber nicht tropfende Menge auf und bearbeiten Sie zusammenhängende Teilflächen mit wenigen überlappenden Zügen. Sobald der Lack anzuziehen beginnt, nicht wiederholt über dieselbe Stelle streichen: Das kann sichtbare Ansätze fördern. Bei größeren ebenen Flächen ist Sprühen oft einfacher, um eine einheitliche Textur zu erreichen; stark strukturierte Details dagegen verlangen sorgfältiges Prüfen aus mehreren Blickwinkeln.
Trocknung prüfen und Glanz kontrollieren
Beurteilen Sie den Glanz nicht direkt nach dem Auftrag, sondern erst nach der vom Hersteller angegebenen Trocknung. Für AKs Ultra Matte Varnish nennt die Produktseite zwölf Stunden bis zur vollständigen Trocknung; andere Lacke können abweichen. Drehen Sie das Modell dabei nicht ständig an den frisch lackierten Stellen und schützen Sie es vor Staub. Eine kleine Probe auf einem Reststück oder einer unauffälligen Fläche hilft, die Wirkung auf genau dieser Grundfarbe einzuschätzen: Transparente Klarfarbe lässt den Untergrund durchscheinen, und dadurch kann derselbe Mattlack auf hellen und dunklen Tönen unterschiedlich wirken. Bei Flecken oder glänzenden Inseln erst vollständig trocknen lassen und dann mit einem weiteren dünnen Durchgang korrigieren, statt sofort eine nasse Schicht darüberzulegen.