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Modellfiguren aus Kunststoff, Resin und Metall vergleichen

09.10.2026

Welches Figurenmaterial passt zu Ihrem Projekt? Entscheidend sind nicht nur Detail und Gewicht, sondern auch Klebstoff, Gussreste und die Vorbereitung vor der Grundierung.

Die Materialwahl beginnt beim Bauaufwand

Bei Modellfiguren ist das Material kein bloßer Oberflächenunterschied: Es bestimmt, wie Teile versäubert und verbunden werden. Kunststoff ist oft die geradlinigste Wahl für mehrteilige Bausätze, sofern die Teile für Kunststoffkleber ausgelegt sind. Dieser Kleber löst die Kunststoffoberflächen an der Naht leicht an und verbindet sie beim Aushärten. Resin und Metall werden dagegen typischerweise mit Sekundenkleber montiert. Eine pauschale Rangliste nach Detailgrad wäre irreführend: Gussverfahren und konkreter Bausatz zählen ebenso. Die folgende Einordnung betrifft vor allem klassische Spritzguss-Kunststoffe und gegossene Resin- oder Metallfiguren, nicht automatisch jeden 3D-Druck.

Kunststoff: klare Montage, saubere Schnittstellen

Kunststoff passt gut, wenn ein Bausatz aus vielen passgenauen Einzelteilen besteht und Sie eine feste Verbindung über die Klebeflächen möchten. Teile vorsichtig vom Rahmen trennen, Angüsse und Formlinien versäubern und vor dem Kleben trocken anpassen. Kunststoffkleber gehört sparsam auf die dafür vorgesehenen Kontaktflächen; er ist kein universeller Kleber für Resin oder Metall. Bei Übergängen zwischen verschiedenen Materialien lieber die Anweisungen des Bausatzes prüfen und einen geeigneten Sekundenkleber verwenden, statt anzunehmen, dass Kunststoffkleber alles verbindet. Ein einfacher Praxisfall: Bei einem Kunststoff-Soldaten erst Schild und Arm ohne Kleber ausrichten, dann erst die Klebestelle schließen.

Resin: erst reinigen, dann versäubern

Gegossenes Resin ist häufig bei größeren oder detailreichen Kits anzutreffen. Vor Bemalung ist die Oberfläche wichtig: Trennmittel kann verhindern, dass Kleber oder Farbe zuverlässig haften. Warlord Games empfiehlt für seine Resinbausätze, sie zunächst in kühlem Seifenwasser zu waschen und vollständig trocknen zu lassen; ein weiteres Warlord-Bemaltutorial nennt ebenfalls das Abwaschen des Trennmittels. Anschließend Angüsse und dünne Häute in Zwischenräumen vorsichtig entfernen und Teile trocken zusammenhalten, bevor geklebt wird. Nicht mit Kraft an dünnen Details hebeln: Kanten und kleine Anbauteile sind die Stellen, an denen ein sauberer Schnitt statt grober Korrektur sinnvoll ist. Hinweis: Diese Wasch-Empfehlung bezieht sich auf gegossene Figuren; 3D-gedrucktes Resin hat eigene Reinigungs- und Aushärtungsschritte.

Metall: Grate entfernen und Verbindungen planen

Metallfiguren sind robust im Material, aber ihr Gewicht und die Montage kleiner Teile verlangen etwas Planung. Guss-Flash und Formlinien sollten vor dem Zusammenbau entfernt werden, damit sie nach der Grundierung nicht als störende Kanten sichtbar bleiben. Warlord Games beschreibt Sekundenkleber als Verbindungsmittel für Metallmodelle. Deshalb Teile zunächst ausrichten und gegebenenfalls abstützen, bis die Verbindung hält. Bei einer größeren oder stark belasteten Verbindung kann eine mechanische Verstärkung wie ein Stift eine sinnvolle Option sein; sie ist keine Pflicht bei jeder kleinen Figur. Beim Feilen oder Schneiden ruhig und kontrolliert arbeiten, damit nicht versehentlich Details verloren gehen.

Eine praktische Bemalvorbereitung in vier Schritten

1. Material identifizieren: Spritzling, gegossenes Resin und Metallteile nicht nach derselben Klebe- oder Reinigungsroutine behandeln. 2. Oberfläche prüfen: Formlinien, Flash, Angüsse und bei Resin dünne Häute zwischen Details suchen. 3. Vor der Montage reinigen: gegossenes Resin mit Seifenwasser waschen und gut trocknen; auch nach dem Zusammenbau Staub und Fingerfett vor dem Grundieren entfernen. 4. Trockenprobe, Klebung und Grundierung: Passung testen, passenden Klebstoff nutzen und erst auf vollständig trockener, sauberer Oberfläche grundieren. Wenn die Farbe später abperlt oder sich leicht ablöst, nicht sofort die Farbe wechseln: zuerst prüfen, ob eine Oberflächenverunreinigung oder ein nicht ausreichend gereinigter Resin-Guss die Ursache sein könnte.

Welche Figuren passen zu welchem Vorhaben?

Für viele Einsteiger und größere Gruppen ist Kunststoff praktisch, wenn unkomplizierte Montage und einheitliche Bauteile im Vordergrund stehen. Resin lohnt sich, wenn genau das angebotene Modell, seine Details oder seine Größe den Ausschlag geben und Sie zusätzliche Reinigung sowie sorgfältiges Versäubern einplanen. Metall kann eine passende Wahl bei klassischen Einzelfiguren sein, wenn Sie mit Sekundenkleber und den sichtbaren Gussresten umgehen möchten. Entscheiden Sie daher am konkreten Bausatz: Welche Klebestellen gibt es? Sind empfindliche Teile dabei? Ist vor dem Bemalen eine Reinigung vorgesehen? Die passende Wahl ist das Material, dessen Vorbereitung zum Modell und zur eigenen Arbeitsweise passt.

Quellen

  1. Warhammer Community (Games Workshop)
  2. Warlord Games
  3. Warlord Games / The Army Painter