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Modellsammlung inventarisieren: Bauzustand und Zubehör

09.10.2026

Ein belastbares Sammlungsinventar verbindet jedes Modell mit einer eindeutigen Kennung, Fotos, einem datierten Zustandsvermerk und seinem Standort. Zubehör und Vollständigkeit werden einzeln erfasst, damit ein guter Gesamteindruck keine fehlenden oder veränderten Teile verdeckt.

Vom Karton zum eindeutig identifizierten Stück

Ein Sammlungsinventar soll nicht nur verraten, welches Flugzeug, Fahrzeug oder Schiff ein Modell darstellt. Es muss auch genau dieses Exemplar wiedererkennbar machen. ICOMs Object-ID-Standard nennt dazu Objektart, Material und Technik sowie Maße; außerdem gehört das Fotografieren zur Methode ([ICOM: Object ID](https://icom.museum/en/resources/standards-guidelines/objectid/)). Für ein Modell lassen sich diese Felder praktisch übersetzen: Hersteller, Artikelnummer, Maßstab, Variante, sichtbare Kennzeichen und Abmessungen. Eine aufgedruckte Kit-Nummer ist ein Identifikationshinweis, aber kein Sammlungskennzeichen für Ihr konkretes Exemplar.

Eine Kennung pro Inventareintrag

Vergib zuerst eine eigene, fortlaufende Kennung, etwa „MOD-0042“. Nutze sie in der Tabelle, im Dateinamen der Fotos und – wenn es ohne Beschädigungsrisiko möglich ist – auf einem reversibel befestigten Anhänger oder am Aufbewahrungsbehälter. Collections Trust beschreibt die Nummer als Verbindung zwischen physischem Objekt und den dazugehörigen Informationen ([Numbering](https://collectionstrust.org.uk/resource/numbering/)). Bei einem Modell mit abnehmbaren Außenlasten oder Figuren kannst du diese im Hauptdatensatz als Zubehörpositionen führen und zusätzlich Teilkennungen verwenden, falls sie häufig getrennt gelagert werden. Wichtig ist eine klare Regel: Welche Teile gehören zum Modell, welche sind Ersatz, und welche sind separat erworbene Ergänzungen?

Bauzustand und Zubehör nicht in einer Note verstecken

Erfasse den Bauzustand als präzise Beschreibung statt als einziges Urteil wie „gut“. Sinnvolle Auswahlwerte können „ungeöffnet“, „ungebaut“, „begonnen“, „teilgebaut“ oder „fertig gebaut“ sein; ergänze sichtbare Eigenheiten wie fehlendes Fahrwerk, abgebrochene Antenne, nachlackierte Fläche oder nicht verklebte Baugruppe. Das sind praktikable Inventarbegriffe, keine allgemeingültigen Zustandsklassen. Halte Zubehör in einer eigenen Liste fest: Anleitung, Decalbogen, Ständer, Bewaffnung, Figuren, alternative Teile, Verpackung und gegebenenfalls Belege. Notiere bei jedem Punkt „vorhanden“, „fehlt“, „ersetzt“ oder „ungeprüft“. So wird „komplett“ nicht mit „alle Hauptteile vorhanden“ verwechselt.

Zustand datieren und nach Bauteilen aufteilen

Trenne Modell, Verpackung und lose Beigaben in den Zustandsnotizen. Zum Beispiel: „Rumpf: matte Stelle links; Kanzel: klar, Kratzer am Rand; Decals: Bogen vorhanden, Trägerpapier vergilbt; Karton: Lasche eingerissen.“ Datumsangaben machen spätere Vergleiche aussagekräftiger; die Collections-Trust-Vorlage führt ein Datum der Vollständigkeitsprüfung auf ([Condition checking and technical assessment](https://collectionstrust.org.uk/resource/condition-checking-and-technical-assessment-suggested-procedure/)). Fotografiere Gesamtansicht, Kennzeichnungen und Schäden möglichst bei gutem Licht. Die Empfehlung lautet, wo möglich, Fotos anzufertigen; der Zustand sollte vor einer Behandlung dokumentiert werden. Für anspruchsvolle Restaurierungsfragen ersetzt eine Inventarnotiz keine fachliche Begutachtung.

Standort und Beispiel für einen Eintrag

Gib Regalen, Vitrinen und Kisten feste Standortcodes, etwa „REG-03-Fach-2“ oder „KISTE-07“. Schreibe in den Datensatz nur den aktuellen Standort und aktualisiere ihn unmittelbar nach dem Umräumen; Collections Trust empfiehlt eindeutige Standortnamen oder -nummern und die Erfassung der Objektposition ([Location and movement control](https://collectionstrust.org.uk/resource/location-and-movement-control-suggested-procedure/)). Ein knapper Beispieldatensatz könnte lauten: „MOD-0042 | Hersteller/Kit-Nr.: … | Maßstab: … | Bauzustand: begonnen | Zubehör: Anleitung da, Decals fehlen, Ständer vorhanden | Zustand geprüft: 09.10.2026 | Standort: REG-03-Fach-2 | Fotoordner: MOD-0042“. Die Platzhalter werden anhand des konkreten Modells ausgefüllt; unbekannte Angaben bleiben ausdrücklich offen.

Klein anfangen, dann konsistent ergänzen

Für den Einstieg genügen Kennung, Identifikation, Bauzustand, Zubehörliste, Zustandsdatum, ein bis drei Fotos und Standort. Ergänze später Provenienz, Kaufbeleg, Umbauhistorie oder Quellen zur Identifikation, wenn sie für deine Sammlung wichtig sind. Bewahre Tabelle und Bilder an einem gesicherten Ort auf und sichere sie regelmäßig. Entscheidend ist weniger ein aufwendiges Bewertungssystem als eine wiederholbare Beschreibung: dieselben Begriffe, getrennte Beobachtungen und ein Datum bei jeder Zustandsaufnahme. So bleibt das Inventar auch dann brauchbar, wenn sich Modell und Zubehörbestand verändern.

Quellen

  1. International Council of Museums (ICOM)
  2. Collections Trust
  3. Collections Trust
  4. Collections Trust