Motor-Aus-Schalter und Autorotation am RC-Heli prüfen
09.10.2026
Throttle Hold kann als Motorstopp dienen, ist bei Rotorflight aber nicht automatisch der Autorotationsmodus. Prüfe beide Funktionen getrennt und nach der Anleitung deines Reglers und Flugcontrollers.
Zwei Schalterfunktionen, zwei Aufgaben
Ein Schalter mit der Beschriftung „Motor Aus“ klingt eindeutig, doch bei einem Collective-Pitch-Heli kann die Senderfunktion je nach Empfänger, ESC und Flugcontroller verschieden ausgewertet werden. Beim Rotorflight-Governor ist Throttle Hold die harte Abschaltung: Ein Eingang unter 0 Prozent soll die Motoren sofort stoppen. Der Autorotationsbereich ist davon ausdrücklich verschieden. Zwischen mehr als 0 und weniger als 5 Prozent steht der Hauptmotor still, während ein motorisierter Heckrotor weiter aktiv sein kann. Das ist kein universelles Rezept für alle Helis, sondern die dokumentierte Logik dieses Governors. Eine funktionierende Motorabschaltung beweist also nicht, dass auch die Autorotationsfunktion richtig eingerichtet ist. Umgekehrt ist der Autorotationsmodus nicht unbedingt als sichere Abschaltung beim Anfassen des Modells gedacht.
Vor dem Funktionstest: Modell sichern
Beginne nicht mit laufenden Rotorblättern. Stelle den Heli auf eine freie, ebene Fläche, entferne lose Gegenstände und halte andere Personen auf Abstand. Schalte den Sender zuerst ein und wähle bewusst das richtige Modellspeicherprofil; diese Einschaltreihenfolge nennt auch das Horizon-Handbuch. Für einen Test, bei dem Steuerflächen und Flugcontroller aktiv bleiben sollen, die Motoren aber keinesfalls anlaufen dürfen, richte dich nach der Anleitung des konkreten Modells. Bei der von Horizon beschriebenen Kalibrierung werden Haupt- und Heckmotorleitungen getrennt, um unbeabsichtigtes Anlaufen auszuschließen. Arbeiten an Leitungen nur bei abgetrennter Flugakkuversorgung. Bei Rotorflight sollte Arming separat von Throttle Hold liegen; die Dokumentation empfiehlt für ARM einen eigenen Schalter.
Motor-Aus-Funktion Schritt für Schritt prüfen
Prüfe zunächst am Sender, ob der richtige Speicher aktiv ist und ob der Motor-Aus-Schalter tatsächlich auf dem vorgesehenen Kanal liegt. Kontrolliere die Kanalbewegung im Sender- oder Flightcontroller-Monitor; die Anzeige muss beim Betätigen klar zwischen den erwarteten Endlagen wechseln. Diese Sichtprüfung kontrolliert die Zuordnung, nicht den tatsächlichen Motorstopp. Für die Funktionsprüfung den Heli nach Herstellervorgabe gegen ein Anlaufen sichern und nicht in die Nähe von Rotoren greifen. Ist der Motor bei einem zulässigen, kontrollierten Test bereits hochgelaufen, betätige Motor-Aus und beobachte, ob die Motorausgabe endet. Bei Rotorflight wird für Throttle Hold ein Eingang unter 0 Prozent erwartet; teile ARM und Hold nicht auf denselben Kanal. Muss für die Prüfung an der Verkabelung gearbeitet werden, zuerst den Flugakku abziehen. Bricht der Motorlauf nicht erwartungsgemäß ab, nicht fliegen: Kanalbelegung, Sender-Mischer, Failsafe, ESC-Setup und Flugcontroller-Konfiguration anhand der jeweiligen Handbücher abgleichen.
Autorotation separat und modellbezogen prüfen
Eine Autorotationsprüfung darf nicht daraus bestehen, den Hold-Schalter umzulegen und anzunehmen, alles sei erledigt. Beim Rotorflight-Governor ist gerade die harte Throttle-Hold-Stellung nicht für Autorotation vorgesehen. Stattdessen beschreibt die Dokumentation einen eigenen Eingangsbereich; darin kann der Hauptmotor gestoppt sein, während der motorisierte Heckrotor weiterläuft. Das kann je nach Modellkonzept und Heckantrieb wichtig sein. Lies deshalb die Anleitung von Flugcontroller und ESC gemeinsam: Welcher Kanalwert löst den Autorotationszustand aus? Bleibt der Hauptmotor aus? Was geschieht mit Heckmotor, Governor und späterem Wiederanlauf? Prüfe Anzeigen und Geberwege zunächst ohne Rotorbetrieb und nutze nur ein für deine Kombination freigegebenes Verfahren. Ein realer Autorotationsflug ist kein Bodentest und sollte nur mit entsprechender Erfahrung, geeigneter Fläche und ausreichend Höhe geübt werden.
Prüfung dokumentieren und abbrechen können
Ein kurzer Prüfvermerk verhindert, dass Schalter später verwechselt werden: Modellprofil, Schaltername, Kanal, erwartete Senderanzeige und erwartetes Verhalten notieren. Verifiziere den Zustand vor jedem Flug erneut. Bei Rotorflight bezeichnet Arming die Freigabe des Flugcontrollers; Throttle Hold ist davon getrennt. Der Controller verlangt Mindestgas zum Arming und kann deshalb nicht starten, wenn beide Funktionen auf demselben Kanal gegensätzliche Anforderungen erzeugen. Erkläre die Schalter im Zweifel laut oder markiere sie eindeutig, statt dich auf die Position aus dem letzten Flug zu verlassen. Wenn ein Test unerwartetes Anlaufen, eine falsche Anzeige oder einen unklaren Zustand ergibt, Akku trennen und Ursache suchen. Nach Rotorberührung verlangt das Horizon-Handbuch, den Gashebel vollständig abzusenken. Erst nach erfolgreicher Prüfung, korrekt wieder angeschlossenen Leitungen und freier Sicherheitszone ist der Heli wieder flugbereit.
Grenzen der Prüfung
Die genannten Prozentbereiche und die Trennung von Motor-Aus und Autorotation beschreiben Rotorflight 2.1.0, nicht sämtliche Flugcontroller oder ESCs. Rotorflight kennzeichnet diese Dokumentation selbst als nicht mehr aktiv gepflegt und verweist auf die aktuelle Ausgabe; überprüfe daher die zum installierten Stand passende Anleitung. Auch ein sauberer Monitorwert beweist nicht, dass ein ESC korrekt programmiert ist oder ein Motor unter Last zuverlässig stoppt. Handbuchangaben des Modellherstellers haben Vorrang, insbesondere bei motorisiertem Heck, Verbrennerantrieb oder abweichendem Governor. Wenn die Konfiguration nicht eindeutig ist, bleibt der sichere nächste Schritt: nicht starten, sondern anhand der konkreten Geräteunterlagen klären.