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Radstand und Spurbreite bei RC-Karosserieumbauten abstimmen

09.10.2026

Beim RC-Karosserieumbau müssen Radstand und Spurweite nicht nur optisch zu den Radausschnitten passen. Ein sauberer Abgleich berücksichtigt die Chassis-Einstellmöglichkeiten und prüft, ob die Reifen bei Lenkung und Einfederung frei laufen.

Erst die Begriffe und Bezugspunkte klären

Beim Anpassen einer RC-Karosserie werden zwei Maße leicht verwechselt: Der Radstand ist der Abstand zwischen Vorder- und Hinterachse, die Spurweite der Abstand der Räder einer Achse von links nach rechts. Diese Größen beschreiben nicht die Außenlänge oder die breiteste Stelle der Karosserie. Notieren Sie daher Radstand sowie Vorder- und Hinterspur getrennt. Für den Abgleich zählt, wo die Räder im Verhältnis zu den Radausschnitten stehen – nicht nur, ob die Karosserie über das Chassis passt. [Tamiya: RC-Setup-Grundlagen](https://www.tamiya.com/japan/cms/rcstartguide/293-rcguide06.html)

Karosserie zuerst vermessen, dann Chassis abgleichen

Stellen Sie das Chassis auf eine ebene Fläche und messen Sie die Radmitten von Achse zu Achse. Vergleichen Sie den Wert mit den Angaben zum Karosseriesatz, falls diese vorliegen; ein Radhaus ist eine nützliche Sichtkontrolle, ersetzt aber keine Maßangabe des Herstellers. Prüfen Sie außerdem separat die Spur vorn und hinten, denn beide Werte müssen nicht identisch sein. Modellangaben zeigen, warum ein bloßes Etikett wie „1:10“ nicht genügt: Tamiya nennt beim MB-01 drei Radstände; das Mini-Cooper-Modell ist konkret mit 210 mm Radstand und 140 mm Spurweite vorn und hinten angegeben. Beim TT-02 nennt Tamiya zwei verfügbare Radstände und zwei Spurweiten-Einstellungen. Diese Möglichkeiten sind chassisabhängig, nicht allgemeingültige Maße für Karosserien. [Tamiya MB-01/Mini Cooper](https://tamiya.com/english/products/58747/index.html), [Tamiya TT-02/Lancer Evolution](https://www.tamiya.com/english/products/58713/index.html)

Spurweite systematisch ändern

Welche Verstellung möglich ist, hängt vom Chassis und den dafür vorgesehenen Teilen ab. Messen Sie vor Änderungen die Spur jeder Achse und halten Sie die Ausgangswerte fest. Verändern Sie dann nur eine Einstellung auf einmal, etwa einen vom Hersteller vorgesehenen Radmitnehmer, Spacer oder Rad-Offset, und messen Sie erneut. Dass es bei manchen Chassis mehrere Spurweiten-Einstellungen gibt, zeigt Tamiya für das TT-02; daraus lässt sich jedoch kein universeller Zielwert ableiten. Prüfen Sie im Handbuch, welche Kombinationen für Ihr Chassis vorgesehen sind. Eine geometrisch passende Zahl ist kein Ersatz für mechanische Freigängigkeit oder die vom Hersteller gesetzten Grenzen. [Tamiya TT-02/Lancer Evolution](https://www.tamiya.com/english/products/58713/index.html)

Freigängigkeit über den Federweg prüfen

Ein Rad kann bei stehendem Modell mittig im Radhaus sitzen und trotzdem beim Einfedern an der Karosserie schleifen. Kontrollieren Sie deshalb vorn und hinten bei belastetem Fahrzeug über den verfügbaren Federweg: Lenken Sie die Vorderräder durch den gesamten Einschlag und bewegen Sie die Aufhängung vorsichtig in Richtung Einfederung. Prüfen Sie innen am Radhaus ebenso wie an Kotflügelkante, Stoßfänger und Chassis. Als praktische Grenze gilt: Die Räder müssen sich ohne Kontakt bewegen können. Im Wettbewerbsbetrieb sollten Sie zusätzlich die für die Veranstaltung geltenden Breitenvorgaben prüfen.

Nicht nur Optik: Änderungen beeinflussen das Fahrverhalten

Die passende Geometrie ist ein Kompromiss aus Karosseriepassung und Fahrverhalten. Tamiya beschreibt für gleiche Spur einen längeren Radstand als geradlinig stabiler, aber weniger leicht einzulenken; eine breitere Spur könne bei gleichem Radstand schärferes Kurvenfahren ermöglichen. Das ist eine allgemeine Tendenz, keine Garantie für jedes Fahrzeug: Reifen, Aufhängung, Oberfläche und weitere Einstellungen wirken ebenfalls mit. Deshalb sollten Sie nach der mechanischen Freigängigkeitsprüfung zunächst mit kleinen Änderungen fahren und das Ergebnis im kontrollierten Umfeld beurteilen, statt allein auf eine möglichst breite Optik hinzuarbeiten. [Tamiya: RC-Setup-Grundlagen](https://www.tamiya.com/japan/cms/rcstartguide/293-rcguide06.html)

Praktische Reihenfolge für den Umbau

Dokumentieren Sie zuerst Radstand und Vorder-/Hinterspur am bestehenden Chassis. Legen Sie danach die Karosserie auf und bestimmen Sie, wo die Radmitten im Verhältnis zu den Radausschnitten liegen sollen. Nutzen Sie anschließend nur die vom Chassis-Hersteller vorgesehenen Verstellungen. Nach jeder Änderung erneut messen und die Reifen bei vollem Lenkeinschlag sowie beim Einfedern kontrollieren. Erst wenn Maße und Freigängigkeit stimmen, markieren Sie die Befestigungspunkte der Karosserie. So trennen Sie die Maßanpassung von der endgültigen Montage und können unerwartete Verschiebungen früh erkennen. Die Einstellwege und zulässigen Kombinationen sind chassisabhängig; die Anleitung des konkreten Modells hat Vorrang.

Quellen

  1. Tamiya
  2. Tamiya
  3. Tamiya