Eine RC-Setupkarte für nachvollziehbare Änderungen führen
09.10.2026
Eine Setupkarte hilft nur dann bei der nächsten Abstimmung, wenn neben den Einstellwerten auch Strecke, Bedingungen und Wirkung jeder Änderung festgehalten werden. Mit einer reproduzierbaren Basis und kleinen, einzeln getesteten Schritten wird daraus ein belastbares Änderungsprotokoll.
Nicht nur Werte, sondern einen Versuch dokumentieren
Eine Setupkarte ist dann nützlich, wenn sie mehr festhält als den Zustand des Autos. Notiere vor einer Änderung den Ausgangswert, beschreibe kurz das Problem beim Fahren und ergänze nach dem Test, was sich verändert hat. Genau dieses Zusammenspiel aus Eingriff, Wirkung und Streckenbedingungen macht aus einer bloßen Teileliste ein Änderungsprotokoll. Das R/C Handbook empfiehlt, einzelne Änderungen nacheinander zu testen; andernfalls bleibt unklar, welcher Eingriff für ein besseres oder schlechteres Fahrverhalten verantwortlich war. [R/C Handbook](https://site.petitrc.com/reglages/RC_HandbookV2.pdf)
Eine unveränderte Basis sichern
Lege für jedes Fahrzeug eine bekannte, wiederherstellbare Basis an: etwa die Kit-Einstellung oder ein Setup, mit dem du dein Auto bereits sicher fahren kannst. Verändere diese Version nicht nachträglich. Bei einer neuen Strecke oder deutlich anderen Bedingungen startest du von der Basis und erstellst einen neuen Eintrag. So kannst du zurückspringen, ohne dich auf Erinnerung oder ein einzelnes Foto verlassen zu müssen. Diese Arbeitsroutine macht den Vergleich alter und neuer Versuche einfacher.
Streckenrahmen kurz, aber aussagekräftig festhalten
Schreibe zur Sitzung mindestens Datum, Strecke, Innen- oder Außenbereich, Belag und dessen Zustand. Ergänze eine grobe Einschätzung von Grip und Unebenheit sowie Wetter oder Temperatur, wenn sie die Bedingungen merklich beschreiben. Das Tekno-Blatt zeigt, wie konkrete Auswahlfelder für Oberfläche und Zustand eine schnelle, vergleichbare Notiz ermöglichen. Associateds veröffentlichte Fahrerblätter koppeln Setups ebenfalls an Veranstaltung, Datum und Beschreibungen wie Teppich, Grip oder Streckengröße. Das ist wichtig, weil dieselbe Einstellung auf einem anderen Untergrund nicht automatisch dieselbe Wirkung haben muss. [Tekno RC](https://www.teknorc.com/wp-content/uploads/2021/04/ET482.0_instructions_SetUpSheet_Fillable_Saveable.pdf) · [Associated Electrics](https://60years.associatedelectrics.com/rc10b6-4-team-kit/)
Den Ist-Zustand in fahrzeugnahen Gruppen erfassen
Erfasse nur Parameter, die zu deinem Modell und deiner Disziplin passen, aber notiere sie konkret: beispielsweise Bodenfreiheit, Sturz, Spur, Dämpferöl, Kolben und Federn. Je nach Fahrzeug können Differentiale, Übersetzung, Reifen, Elektronik oder Karosserieposition dazugehören. Herstellerblätter helfen dabei, die für ein Chassis relevanten Werte nicht zu vergessen: Tekno unterteilt sein Formular in Bereiche und bietet ein Notizfeld; Team Associated und Yokomo führen modellbezogene Leerblätter sowie ausgefüllte Strecken-Setups. Ein fremdes Rennsetup ist dabei ein Vergleichspunkt, kein Versprechen, dass dieselben Werte auf deinem Auto funktionieren. [Tekno RC](https://www.teknorc.com/wp-content/uploads/2021/04/ET482.0_instructions_SetUpSheet_Fillable_Saveable.pdf) · [Associated Electrics](https://60years.associatedelectrics.com/rc10b6-4-team-kit/) · [Team Yokomo](https://www.teamyokomo.com/pages/setting-sheets?q=RO1.0)
Änderung als Vorher–Eingriff–Nachher notieren
Ein Eintrag kann so aussehen: „Vorher: Auto schiebt am Kurveneingang; hintere Dämpferposition Loch 2. Änderung: Loch 3, sonst unverändert. Nachher: Einlenken subjektiv williger, am Kurvenausgang noch stabil; zwei weitere Akkus prüfen.“ Das ist ein Beispiel für eine Protokollform, kein behauptetes Testergebnis. Halte Einheiten und Seiten fest, wenn sie wichtig sind – etwa Ölmarke und Viskosität oder links/rechts. Wenn du mehrere Bereiche zugleich verändern musst, teile sie in klar getrennte Schritte auf und teste zwischen den Schritten.
Ergebnis und offene Frage nicht verwechseln
Bewerte eine Fahrt mit einer einfachen, gleichbleibenden Skala oder kurzen Worten wie „besser“, „gleich“ und „schlechter“; ergänze dazu, woran du das festmachst: Einlenken, Traktion, Sprungverhalten oder Konstanz. Halte fest, ob die Strecke im Laufe der Sitzung staubiger, griffiger oder holpriger wurde. Wenn sich Bedingungen während der Testreihe sichtbar ändern, markiere den Übergang und vergleiche nicht unkritisch zwei Läufe aus verschiedenen Verhältnissen. Das Protokoll schafft Ordnung, ersetzt aber weder wiederholte Fahrten noch die fahrerspezifische Bewertung.
Papier, Tabelle oder digitale Datei: eine Quelle der Wahrheit
Nutze das Medium, das du an der Strecke zuverlässig pflegst: ausgedrucktes Modellblatt im Ordner, Tabelle oder digitale Notiz. Entscheidend ist eine eindeutige Zuordnung zu Fahrzeug, Version und Sitzung. Gib Einträgen fortlaufende Kennungen oder Datum und Versionsnummer, fotografiere eine ausgefüllte Karte bei Bedarf und bewahre alte Stände auf statt sie zu überschreiben. Hersteller wie Associated und Yokomo bieten leere und ausgefüllte fahrzeugbezogene Setupblätter an; du kannst ihre Gliederung als Vorlage nutzen, ohne jedes Feld übernehmen zu müssen. [Associated Electrics](https://60years.associatedelectrics.com/rc10b6-4-team-kit/) · [Team Yokomo](https://www.teamyokomo.com/pages/setting-sheets?q=RO1.0)
Eine kleine Routine für den nächsten Termin
Vor dem Fahren: Basisversion und Streckenbedingungen eintragen. Nach jeder Änderung: alten Wert, neuen Wert und Anlass notieren. Nach dem Lauf: Wirkung und offene Frage festhalten. Am Ende des Tages: die tatsächlich gefahrene Endkonfiguration als eigenen Stand sichern. Damit bleibt nachvollziehbar, was du geändert hast und unter welchen Verhältnissen es sinnvoll erschien – auch wenn der nächste Besuch Wochen später stattfindet.