Gedruckte Resinfiguren für die Bemalung vorbereiten
09.10.2026
Eine saubere Bemalvorbereitung beginnt mit sicherem Umgang und gründlichem Waschen. Nach dem Trocknen lassen sich Stützspuren gezielt glätten und die Figur in dünnen Schichten grundieren.
Erst sauber, dann Farbe
Eine gedruckte Miniatur kann noch flüssiges Resin auf der Oberfläche tragen. Solche Rückstände gehören vor jeder Feinarbeit herunter: Sie stören nicht nur den Griff beim Bearbeiten, sondern können auch Details überdecken. Formlabs beschreibt IPA und TPM als Lösungsmittel, die flüssiges Resin lösen; welches Mittel passt, richtet sich jedoch nach dem verwendeten Resin und dessen Herstellerangaben. Eine Bemalvorbereitung ist keine Einheitsroutine für alle Harze. Lege vorab einen festen Ablauf fest: Waschplatz, Trocknungsfläche, Werkzeug und erst danach Schleif- und Grundierplatz. So wandert eine noch nasse Figur nicht über bereits staubfreie Arbeitsbereiche.
Sicher waschen und Rückstände prüfen
Ungehärtetes Resin und Waschlösung sollten nicht an Haut oder Augen gelangen. Für das Reinigen von Resinmodellen nennt ELEGOO Nitrilhandschuhe, Schutzbrille und einen gut belüfteten Arbeitsbereich. Halte die Waschschale stabil, arbeite ohne Hektik und verwende für die verwendete Resinart ein geeignetes Lösungsmittel. Bei einer kleinen Figur genügt nicht automatisch ein kurzes Schwenken: Achte besonders auf Vertiefungen, unterhängende Teile und enge Zwischenräume zwischen Armen, Waffen oder Rüstung. Formlabs empfiehlt mehrstufiges Spülen und einen regelmäßigen Wechsel verbrauchter Waschlösung, um sauberere Oberflächen zu erzielen. Ein praktikabler Heimworkflow ist ein erster Waschgang zum Ablösen des Hauptfilms und ein zweiter mit sauberer Lösung. Kontrolliere die Figur anschließend bei gutem Licht auf glänzende oder klebrige Stellen. Bei Rückständen nochmals passend zum Material reinigen, statt sie einfach zu übergrundieren. Lass die Figur vollständig trocknen, bevor du sie schleifst oder grundierst. Feuchte Lösungsmittelreste und Schleifstaub sollen nicht gemeinsam auf der Oberfläche landen; bei konkreten Wasch- und Nachhärtezeiten haben die Angaben des Resinherstellers Vorrang.
Stützstellen mit Gefühl glätten
Nach dem Waschen folgt die Sichtprüfung: Wo sitzen Stützpunkte, Grate oder kleine Erhebungen? Arbeite nicht pauschal über die ganze Miniatur. An glatten Flächen können Feile oder feines Schleifpapier zügig helfen; an Gesichtern, Stofffalten und feinen Ornamenten ist Zurückhaltung wichtiger als eine spiegelglatte Fläche. Formlabs nennt zum Entfernen von Stützspuren unter anderem Feile, Rotationswerkzeug und 220er-Schleifpapier. Für ein empfindliches Gesicht empfiehlt sich eine feine Feile oder kontrollierte Handarbeit statt eines rotierenden Werkzeugs. Stütznarben nur so weit abtragen, bis keine störende Kante mehr auffällt. Nach dem Schleifen den Staub sorgfältig entfernen, besonders aus Falten und zwischen Fingern. Bei Bedarf noch einmal mit einer weichen Bürste und Wasser reinigen und vollständig trocknen lassen. So liegt die Grundierung auf der Figur statt auf einer Staubschicht.
Grundierung dünn aufbauen
Vor dem Sprühen die Figur so befestigen, dass sie sich drehen lässt, ohne die Fläche anzufassen. Ein unsichtbarer Sockelbereich oder ein Haltestift kann dafür praktisch sein. Sprühe nicht darauf, alle Details mit einer einzigen satten Lage abzudecken: Bei einer Miniatur können dicke Farbschichten feine Gravuren und Gesichtszüge optisch zusetzen. Arbeite lieber mit dünnen Durchgängen und prüfe nach jedem Auftrag, ob Vertiefungen und Kanten noch klar erkennbar sind. Formlabs' Anleitung zum Vorbereiten von Drucken für die Bemalung endet mit einer weiteren dünnen Schicht. Falls eine Stelle nach dem ersten Auftrag uneben wirkt, erst trocknen lassen, die Stelle gezielt glätten und Staub entfernen, bevor du erneut grundierst. Der genaue Sprühabstand, die Trocknungszeit und die Eignung eines Primers hängen vom konkreten Produkt ab; die Herstellerangabe auf der Dose bleibt maßgeblich.
Kurze Endkontrolle
Vor dem Bemalen lohnt ein letzter Rundgang: Gibt es noch klebrige Stellen, lose Stützreste, Schleifstaub oder zugelaufene Details? Wenn die Grundierung Unebenheiten sichtbar macht, ist das ein Hinweis auf eine Stelle zum Nacharbeiten, nicht auf die Notwendigkeit, die ganze Figur dicker einzunebeln. Sauber waschen, kontrolliert glätten und sparsam grundieren ergibt eine verlässliche Basis, ohne die Reliefs der Miniatur unnötig zu verstecken.