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Rote Modellbau-LED durch Weiß ersetzen: Widerstand neu berechnen

16.10.2026

Beim LED-Tausch bleibt der alte Vorwiderstand nicht automatisch passend: Eine Beispielrechnung mit zwei 5-mm-LEDs zeigt getrennte Strombilanzen, einen neuen Widerstandswert und den nötigen Lichtvergleich.

Vor dem Tausch: Typ, Daten und Versorgung notieren

Ein LED-Wechsel ist nicht einfach ein Farbwechsel. Bei derselben Versorgung und demselben Vorwiderstand kann sich der Strom ändern, weil die neue LED eine andere Durchlassspannung hat. Hier stehen zwei konkrete Bauteile gegenüber: die rote Vishay TLDR5400 und die weiße VLHW5100. Beide sind 5-mm-LEDs, doch das Gehäuse der roten ist getönt und diffus, während die weiße eine klare, nicht diffuse Linse hat. Auch der LED-Name allein genügt nicht für die Passform: Kingbright führt seine WP1043SRD als 3,65 × 6,15-mm-Lichtleiste, also eine andere Gehäuseform als diese 5-mm-Beispiele. Notiere vor dem Umbau den Widerstandswert und miss die Versorgung am Beleuchtungszweig, falls sie nicht sicher feststeht. Berücksichtige auch Schalter, Decoder oder weitere Bauteile in Reihe: Deren Spannungsabfälle reduzieren den Anteil, der am Vorwiderstand verfügbar bleibt. Verwende jeweils den Datenblattwert der tatsächlich eingebauten LED, nicht eine pauschale Spannung für alle roten oder weißen LEDs.

Vorher-Bilanz: alten roten Zweig berechnen

Für ein nachvollziehbares Beispiel sei die Versorgung 12,0 V und der vorhandene Widerstand 510 Ω. Die TLDR5400 hat bei 20 mA laut Vishay eine typische Durchlassspannung von 1,8 V, maximal 2,2 V. Mit dem typischen Wert ergibt sich I = (12,0 V − 1,8 V) / 510 Ω = 0,020 A, also rund 20 mA. Setzt man 2,2 V ein, ergibt die gleiche Rechnung rund 19,2 mA. Das ist eine rechnerische Vorher-Bilanz, keine Messung an deinem Modell. Der Datenblattwert ist am Prüfpunkt 20 mA angegeben; bei einem abweichenden Strom ändert sich die Durchlassspannung. Miss den echten Zweig, wenn Widerstand oder Versorgung unbekannt sind, und nutze die Rechnung als Plausibilitätscheck.

Nachher-Bilanz: denselben Widerstand mit Weiß prüfen

Die weiße VLHW5100 hat bei 20 mA einen Durchlassspannungsbereich von 2,8 bis 3,6 V. Bleiben 12 V und der 510-Ω-Widerstand erhalten, ergibt die Überschlagsrechnung (12,0 − 2,8) / 510 = 18,0 mA beziehungsweise mit 3,6 V rund 16,5 mA. Diese Spanne ist nur eine erste Orientierung: Die Datenblattspannungen gelten für den Prüfpunkt 20 mA und garantieren keinen exakten Stromwert bei 16 bis 18 mA. Dennoch ist die getrennte Nachher-Rechnung entscheidend. Der alte Widerstand begrenzt den Zweig unter Umständen noch, aber er stellt nicht automatisch denselben Strom wie vorher ein. Außerdem folgt aus gleichem Strom keine gleiche wahrgenommene Helligkeit.

Nennwert und Verlustleistung des neuen Widerstands prüfen

Soll der weiße Zweig bei 12 V höchstens 20 mA führen, rechnet man mit der niedrigsten angegebenen Durchlassspannung: R = (12,0 V − 2,8 V) / 0,020 A = 460 Ω. Ein 470-Ω-Nennwert liegt oberhalb dieses rechnerischen Mindestwerts. Bei 20 mA entstünden am Widerstand P = I² × R = 0,020² × 470 = 0,188 W. Wähle eine Widerstandsleistung, die darüber liegt, und beachte das temperatur- und einbauabhängige Derating des konkreten Widerstands. Prüfe auch den niedrigsten möglichen Versorgungswert. Die LED-Spannung und mögliche Spannungsabfälle an Schalter oder Treiber müssen abgezogen werden; was übrig bleibt, treibt den Widerstand. Ist die Quelle nur wenig höher als die weiße LED-Durchlassspannung, kann der gewünschte Strom unerreichbar sein.

Licht am Modell statt nur auf dem Papier beurteilen

Die rote TLDR5400 ist diffus, die weiße VLHW5100 klar und nicht diffus. Eine weiße LED kann daher durch eine kleine Öffnung stärker gebündelt wirken. Eine direkte Helligkeitsgleichsetzung allein über den Strom ist nicht belastbar. Setze die weiße LED mit dem vorgesehenen Diffusor, Lichtleiter und Gehäuse ein und betrachte das Modell aus dem späteren Betrachtungsabstand. Wirkt das Licht zu kräftig, kann ein größerer Widerstand den Strom reduzieren. Prüfe danach erneut, dass die neue Stromstärke innerhalb der LED-Datenblattgrenzen liegt, der Widerstand seine Verlustleistung verträgt und bei minimaler Versorgung noch genügend Spannung für den gewünschten Betrieb übrigbleibt.

Quellen

  1. Vishay Semiconductors
  2. Vishay Semiconductors
  3. Kingbright