RWD-Driftautos mit Heckantrieb: Lenkung und Gyro abstimmen
09.10.2026
Beim Abstimmen eines RWD-Driftautos ist die Reihenfolge entscheidend: Neutralpunkt sichern, Gegenlenkung prüfen, freien Lenkausschlag herstellen und den Gain danach schrittweise anpassen.
Mit neutraler Lenkung anfangen
Bei einem heckgetriebenen Driftmodell sollte der Gyro nicht dazu dienen, eine klemmende oder schief eingestellte Lenkung zu kaschieren. Prüfe zuerst Gestänge, Servohorn und Radstellung: Die Lenkung muss ohne Haken von Anschlag zu Anschlag laufen und die Räder sollen bei neutralem Sender gerade stehen. Für die Gyro-Neutralerkennung verlangt Yokomo, Fahrzeug und Lenkrad nicht zu bewegen ([YD-2AC-Anleitung](https://teamyokomo.com/downloadfiles/%2102%21MANUAL/%2103%21DRIFT_KIT/YD-2AC_Manual_%5BEnglish%5D.pdf)). Lege das Modell daher auf eine ebene Fläche, schalte nach der Reihenfolge des jeweiligen Herstellers ein und warte, bis die Initialisierung fertig ist. Trimmen oder am Sender währenddessen herumlenken kann den Ausgangspunkt verfälschen. Modelle und Gyros unterscheiden sich in ihren Anzeigen und Abläufen.
Richtung prüfen, bevor du fährst
Der Funktionstest ist einfach und sicher im Stand: Halte das Auto fest und drehe das Chassis langsam mit der Nase nach links. Das rechte Vorderrad soll einschlagen, also gegen die Drehung lenken. Futaba weist in seiner Anleitung darauf hin, die Gyro-Wirkrichtung zu kontrollieren ([Futaba GYD550 Anleitung](https://www.rc.futaba.co.jp/downloads/shop/WCI00000118N2404181336lfgav.pdf?mode=view)). Falls der Servo stattdessen mit der Drehung lenkt, fahre nicht los: Stelle die dokumentierte Gyro-Richtung um und prüfe den Test erneut. Bei manchen Geräten gibt es einen Reverse-Schalter, bei anderen eine Menü- oder Tastenfolge; die genaue Bedienung ist nicht übertragbar. Auch die Mechanik darf beim Test nicht an ihre Anschläge gedrückt werden. Eine falsche Korrekturrichtung verstärkt die beginnende Drehung.
Lenkausschlag und Endpunkte sinnvoll begrenzen
Futaba empfiehlt bei der GYD550 einen möglichst großen Lenkausschlag. In der Praxis ist damit der größte freie Ausschlag gemeint, den Gestänge und Räder ohne Kollision oder Servo-Stall erreichen – nicht blind 100 Prozent an jedem Menüpunkt ([Futaba GYD550 Anleitung](https://www.rc.futaba.co.jp/downloads/shop/WCI00000118N2404181336lfgav.pdf?mode=view)). Bewege die Lenkung langsam bis nach links und rechts und kontrolliere auf Kontakt, harten Anschlag und hörbares Brummen. Begrenze den Endpunkt, falls etwas bindet, und achte auf vergleichbare Ausschläge beider Seiten. Ein großer Winkel verschafft dem Gyro mehr möglichen Korrekturweg; eine mechanisch blockierte Lenkung kann diese Reserve nicht nutzen. Gyro-Endpunkt und Sender-EPA können je nach Gerät verschiedene Aufgaben haben. Richte dich bei der Kalibrierung nach dem konkreten Handbuch statt eine Einstellung von einem anderen Modell zu kopieren.
Gain schrittweise auf der Fahrfläche abstimmen
Gain beschreibt, wie stark der Gyro auf erkannte Drehbewegung mit Servoausgabe reagiert. Yokomos YG-301-Handbuch erklärt den Korrektureffekt über erkannte Trägheitskraft; die konkrete Skala und Bedienung hängen vom Gyro und Sender ab ([YG-301-Anleitung](https://teamyokomo.com/downloadfiles/%2102%21MANUAL/%2102%21ELECTRONICS/YG-301_Manual.pdf)). Beginne innerhalb der Herstellerangaben mit einem mittleren oder zurückhaltenden Wert. Fahre eine wiederholbare Kurve, ändere nur den Gain in kleinen Schritten und beobachte, ob das Heck sauber gehalten wird oder die Lenkung zu stark eingreift. Das Verhalten hängt ebenso von Reifen, Oberfläche, Tempo, Lenkgeometrie und Servo ab – es gibt daher keinen universellen Prozentwert. Ändere nicht gleichzeitig Endpunkte und Gain. Wenn das Modell pendelt, prüfe zuerst Richtung und Mechanik erneut, bevor du weiter am Gain drehst.