Masten für Schiffsmodelle gerade und konisch fertigen
09.10.2026
Ein sauberer Schiffsmodellmast beginnt mit einer maßstäblichen Kontur und einem geeigneten, geraden Rohling. Wer die Verjüngung zunächst an einer vierkantigen Form anlegt und erst danach rundet, kann die Form kontrollierter halten; historische Modelle zeigen außerdem, dass Mastfuß und Mastkopf je nach Vorbild kantig bleiben können.
Erst die Kontur festlegen
Übernehmen Sie die Mastlänge und die Durchmesser an Fuß, Mitte und Kopf aus dem Bauplan – nicht aus dem Gefühl. Zeichnen Sie die Seitenansicht in Originalgröße auf Papier oder dünne Pappe und markieren Sie, wo der Mast gleich dick bleibt und wo die Verjüngung beginnt. Ein gerader Konus entsteht, wenn die Außenlinien gleichmäßig zum kleineren Durchmesser laufen. Soll der Mast optisch weicher auslaufen, legen Sie mehrere Zwischenpunkte fest und verbinden sie mit einer flachen Kurve. Das ist keine bloße Stilfrage: Ein Sammlungsstück des National Maritime Museum zeigt einen unteren Mastbereich, der zum quadratischen Fuß hin verjüngt ist. Plan und Vorbild entscheiden also, ob die Enden rund, kantig oder abgestuft bleiben ([Royal Museums Greenwich](https://www.rmg.co.uk/collections/objects/rmgc-object-68442)).
Rohling und Bezugslinien
Für einen aus Vierkant gefertigten Mast ist geradfaseriges, astfreies und leichtes Holz eine sinnvolle Wahl. Prüfen Sie den Rohling entlang seiner ganzen Länge: Eine sichtbare Faser, die seitlich aus dem Holz läuft, kann beim dünnen Mastabschnitt problematisch werden. Wählen Sie den Querschnitt so, dass an der dicksten Stelle noch Schleif- und Hobelzugabe bleibt. Übertragen Sie die Seitenansicht auf zwei gegenüberliegende Flächen. Ziehen Sie dazu mit Winkel und Bleistift Bezugslinien über die gesamte Länge; dieselben Markierungen auf der Gegenseite helfen, den Mast symmetrisch zu halten. Arbeiten Sie auf einer ebenen Unterlage und unterstützen Sie den Rohling über die Länge, statt ihn beim Hobeln frei durchhängen zu lassen ([US Vintage Model Yacht Group](https://usvmyg.org/articles/construction/how-to-make-a-wooden-mast/)).
Konus am Vierkant anlegen
Beginnen Sie mit dem vierkantigen Rohling. Markieren Sie auf zwei gegenüberliegenden Flächen den Enddurchmesser beziehungsweise die gewünschte Konturlinie. Hobeln oder schaben Sie vorsichtig bis an die Markierung; wiederholen Sie das auf den beiden anderen Flächen. Kontrollieren Sie nach jedem Durchgang die Symmetrie, indem Sie die Maße an mehreren Stationen vergleichen. Nehmen Sie lieber wenig Material ab und prüfen Sie häufiger, damit der Konus nicht einseitig wird. Erst wenn die Verjüngung stimmt, brechen Sie die vier Kanten gleichmäßig ab. So entsteht ein Achteck als gut kontrollierbare Zwischenform; anschließend können Sie die Facetten mit Schleifpapier oder Schleifleiste zu einem runden Querschnitt verbinden. Diese Reihenfolge – erst Vierkant und Konus, dann die Rundung – folgt dem Formprinzip der Mastbearbeitung, das die US Vintage Model Yacht Group beschreibt.
Holzrundstab bearbeiten
Ein Holzrundstab ist praktisch, wenn kein passender Vierkantrohling verfügbar ist. Zeichnen Sie die gewünschte Seitenkontur zunächst auf Papier und markieren Sie am Stab die Stelle, an der die Verjüngung beginnt, sowie mehrere gleichmäßig verteilte Messpunkte. An jedem Punkt legen Sie den geplanten Durchmesser fest. Verbinden Sie die Messpunkte mit feinen Längslinien; sie dienen als Orientierung und verhindern, dass eine Seite stärker abgetragen wird. Arbeiten Sie den Konus mit einer kleinen Feile, einem scharfen Schaber oder Schleifpapier auf einem festen Schleifklotz aus. Drehen Sie den Stab häufig und bearbeiten Sie gegenüberliegende Seiten abwechselnd. Wer mit dem Vierkant-Verfahren vertraut ist, kann sich daran orientieren: Material symmetrisch abnehmen, zunächst Facetten erzeugen und erst zum Schluss rund schleifen. Der Rundstab lässt sich dabei weniger eindeutig kontrollieren als Vierkantmaterial – messen Sie deshalb öfter, besonders nahe am dünnen Mastkopf.
Runden, Kanten stehen lassen und prüfen
Zum gleichmäßigen Runden genügt feines Schleifpapier, das Sie mit leichtem Druck längs über die Fläche führen. Prüfen Sie den Rohling regelmäßig gegen die gezeichnete Kontur und rollen Sie ihn auf einer ebenen Fläche: Hebt oder kippt er an einer Stelle, ist die Form nicht durchgehend gerade. Schleifen Sie in kleinen Schritten nach und vermeiden Sie Druck auf die dünne Spitze. Nicht jeder Bereich muss rund werden. Ein Mast kann einen kantigen Fuß oder Kopf haben; das historische RMG-Mastmodell zeigt einen quadratischen Mastfuß. Das Rijksmuseum beschreibt sogar einen Mastfuß aus acht Teilen und Mastreifen als Verbindung. Solche Vorbilder verdeutlichen, warum ein glatt konischer Holzstab nicht jede historische Mastform ersetzt ([Rijksmuseum](https://www.rijksmuseum.nl/en/collection/object/Model-of-a-Made-Mast--9f11a1151b3f4ee768beeb492fffe49e?tab=catalogue)). Vor dem Finish setzen Sie den Mast probeweise in Decksöffnung oder Mastlager ein und prüfen den Sitz sowie die Ausrichtung; erst danach werden Beschläge, Farbe oder Lasur ergänzt.