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Schoten im RC-Segelboot reibungsarm und verhedderungsfrei führen

09.10.2026

Bei der Schotführung lohnt es sich, Reibung und Leinenweg gemeinsam zu prüfen: unnötige Widerstände belasten den Antrieb und können nutzbaren Weg kosten.

Erst die Ursache des Hakens finden

Eine schwergängige Segelsteuerung fühlt sich am Sender oft wie ein zu schwaches Segelwindenservo an. Bevor Sie jedoch Servo oder Winde tauschen, verfolgen Sie beide Schoten von der Trommel beziehungsweise dem Schwenkarm bis zum Segel. Suchen Sie nach einer Leine, die an Mast, Wanten, Deckskante oder einer zweiten Schot scheuert, sich um einen Beschlag legt oder bei einem Segelwechsel lose über Deck fällt. Prüfen Sie die Bewegung langsam und in beiden Richtungen; ein Haken kann nur an einem Ende des Wegs auftreten. Reibung ist nicht bloß ein Komfortthema: Sie erhöht die vom Antrieb verlangte Kraft. US VMYG nennt Reibung an der Schot, Segelfläche und Windstärke als Einflüsse auf das benötigte Servodrehmoment. Entfernen Sie zuerst unnötige Umlenkungen und Kontaktstellen, nicht pauschal die nötige Leinenführung.

Einen klaren Weg statt vieler Umwege legen

Planen Sie eine möglichst direkte Linie vom Schotpunkt am Baum zum Windenclip, ohne dass die Leine quer über andere laufende Leinen streicht. Wo eine Umlenkung nötig ist, soll sie die Schot sicher führen und in ihrer Lage bleiben; lose, wandernde Augen sind typische Stellen, an denen sich Schlaufen bilden können. Die DF95-Klassenregeln illustrieren, dass es selbst innerhalb einer Bootsklasse erlaubte Varianten gibt: Die Fockschot kann nach der vorgesehenen Führung direkt zum Clip zurücklaufen oder weitere Deckaugen nutzen. Sie erlauben zudem, die Schotführungen am Baum festzusetzen. Das ist kein allgemeiner Freibrief für Umbauten: Bei einem Klassenboot gilt die jeweils aktuelle Regel samt mitgelieferter Montageanleitung; bei anderen Modellen die Herstellervorgabe. Ändern Sie jeweils nur eine Führung, damit erkennbar bleibt, ob der Leinenlauf freier oder schlechter geworden ist.

Leine, Einsteller und lose Schlaufen

Verwenden Sie eine glatte, für das Modell geeignete Schotleine und einen Einsteller, der nicht unnötig groß ausfällt. SAILSetc nennt für das laufende Gut seiner RC-Yachten Dyneema und empfiehlt den kleinsten passenden Kunststoff-Bowsie für guten Halt. Das ist eine herstellerspezifische Materialempfehlung, keine Aussage, dass jede Leine für jedes Boot taugt: Beschläge, Winde und Klassenregeln entscheiden mit. Ein zu großer Einsteller kann an benachbarten Teilen hängen bleiben; ein zu kleiner oder schlecht geknoteter kann sich dagegen lösen. Vermeiden Sie überlange Enden und sichern Sie sie so, dass sie nicht in den bewegten Weg geraten. Bei einer elastisch rückgestellten Anlage darf die Schot nicht so lose werden, dass sich beim Fieren eine freie Schleife über Deck legt; zugleich muss sie im gesamten Weg frei durch die vorgesehenen Führungen laufen.

Servoweg und Schotweg zusammenbringen

Stellen Sie die Geometrie nicht nach Augenmaß ein. Bei einem Schwenkarm messen Sie zunächst den linearen Weg des Armendes zwischen den tatsächlich programmierten Endpunkten am Sender. Vergleichen Sie diesen Weg mit der Schotlänge, die der Baum vom dichtgeholten bis zum gefierten Ziel benötigt. Der Aufhängepunkt am Baum bestimmt, wie viel Weg an der Schot gebraucht wird; eine Umlenkung mit Übersetzung kann mehr Leine einholen, kostet aber Kraft. US VMYG beschreibt den Zusammenhang zwischen gemessenem Servoweg und einholbarer Schotlänge. Als praktische Reihenfolge: Ruder und Segelwinde sichern, Endpunkte zunächst konservativ einstellen, die Schot von Hand durch den gesamten Weg ziehen und erst dann den Baumanschlag abstimmen. Lassen Sie Reserve, statt den Servo am Anschlag gegen eine straffe Schot arbeiten zu lassen.

Abschlusstest auf dem Tisch

Fieren und dichtnehmen Sie die Segel mehrmals langsam über den gesamten Senderweg. Beobachten Sie dabei die Stelle, an der die Schot durch Deck oder Baum läuft, und kontrollieren Sie, dass nichts unter einer anderen Leine verschwindet, an einem Einsteller anschlägt oder über eine Kante reibt. Wiederholen Sie den Test mit dem Boot in verschiedenen Ausrichtungen, denn lose Leinen bewegen sich anders, wenn der Rumpf gekippt wird. Erst wenn der Lauf ohne abrupten Widerstand funktioniert, stellen Sie den vollen Segelweg ein. Eine sauber geführte Schot macht die Segelsteuerung nicht unabhängig von Wind, Segeldruck oder Servoauslegung; sie verhindert aber, dass vermeidbare Reibung und Verheddern den verfügbaren Weg aufzehren.

Quellen

  1. United States Vintage Model Yacht Group (US VMYG)
  2. SAILSetc
  3. DF Racing Rules Committee