Wasserlinien-Ballast bei RC-Schiffen schrittweise einstellen
09.10.2026
Ein Schwimmtest mit vollständig ausgerüstetem Modell zeigt, ob Wasserlinie und Längstrimm stimmen. Mit provisorisch gesichertem Ballast, Referenzmarken und wiederholten Prüfungen lässt sich die Gewichtsmenge und ihre Lage gezielt anpassen.
Fahrzustand zuerst festlegen
Die Wasserlinie lässt sich nur sinnvoll beurteilen, wenn das Modell in dem Zustand schwimmt, in dem es tatsächlich fahren soll. Setzen Sie deshalb vor dem Schwimmtest die vorgesehenen Antriebsakkus, Motoren, Fernsteuerung und Aufbauten ein; notieren Sie auch, was später abnehmbar bleibt. Ballast ist nicht allein eine Frage des Gesamtgewichts: Auch seine Lage beeinflusst den Trimm. Die ITTC führt Ballastierung und Trimmung bei ihren Modellversuchen ausdrücklich als Vorbereitungsthemen, einschließlich der Massenverteilung. Ihre Verfahren sind keine RC-Bauanleitung, doch das Prinzip einer definierten Beladung lässt sich übertragen. [ITTC: Ship Models](https://www.ittc.info/media/11750/75-01-01-01.pdf), [ITTC: Seakeeping Experiments](https://www.ittc.info/media/11888/75-02-07-021.pdf)
Referenz an der Soll-Wasserlinie setzen
Markieren Sie die geplante Wasserlinie an Bug, Heck und auf beiden Seiten mittschiffs. Testen Sie in ruhigem, ausreichend tiefem Wasser. Warten Sie nach dem Einsetzen, bis sich das Modell beruhigt hat, und vergleichen Sie die Marken: Sind alle gleichmäßig zu hoch, fehlt Gewicht; liegen sie gleichmäßig zu tief, ist das Gesamtgewicht zu groß. Eine sichtbare Abweichung nur an Bug oder Heck ist dagegen zunächst ein Hinweis auf Längstrimm. Der VMYG beschreibt den Schwimmtest mit Anpassung von Ballastmenge und -position als gebräuchliche Methode, um ein ebenes Schwimmen auf der Wasserlinie zu erreichen. [VMYG: Positioning the Ballast](https://usvmyg.org/articles/design/positioning-the-ballast/)
Ballast zunächst beweglich lassen
Bringen Sie vorläufige Gewichte so an, dass sie beim Schwimmtest nicht verrutschen, aber noch versetzt oder entfernt werden können. Ändern Sie nicht mehrere Dinge gleichzeitig: zuerst die Menge, wenn der ganze Rumpf zu hoch oder zu tief liegt; danach die Längsposition, wenn Bug und Heck unterschiedlich eintauchen. So lässt sich erkennen, welche Änderung den Ausschlag gab. Vermeiden Sie, ein Trimmproblem reflexartig mit zusätzlichem Gewicht ganz vorn oder achtern zu kaschieren. Der VMYG weist darauf hin, dass Trimmgewicht an den Enden zusätzliches Gewicht und ein größeres Nickmoment bedeutet. [VMYG](https://usvmyg.org/articles/design/positioning-the-ballast/)
Längstrimm gezielt korrigieren
Ein konkretes Beispiel: Liegt die Bugmarke über der Soll-Wasserlinie und die Heckmarke darunter, verschieben Sie zunächst einen vorhandenen provisorischen Ballastkörper ein kleines Stück nach vorn. Setzen Sie das Modell erneut ein und vergleichen Sie beide Marken. Wenn der Unterschied kleiner wird, war die Position die passende Stellgröße; bleibt der gesamte Rumpf zu hoch, ergänzen Sie separat Gewicht. Ein achterlich liegender Längsschwerpunkt lässt das Heck absinken, wie die VMYG erläutert. Die Methode ist ein schrittweises Annähern, keine genaue Vorhersage für jeden Rumpf. [VMYG](https://usvmyg.org/articles/design/positioning-the-ballast/)
Änderungen dokumentieren und wiederholen
Notieren Sie nach jeder Probe die hinzugefügte oder verschobene Masse und ihre ungefähre Position. So können Sie eine Verschlechterung zurücknehmen und die erfolgreiche Einstellung reproduzieren. Prüfen Sie auch, ob das Modell seitlich gerade liegt; eine Batterie oder ein schwerer Aufbau außerhalb der Mittellinie kann die Seitenlage beeinflussen. Ballastieren Sie nicht nur nach dem leeren Rumpf, sondern mit der vorgesehenen Ausrüstung. Die ITTC behandelt Ballast und Massenverteilung als Teil der Modellkonfiguration; beim RC-Schiff ist deshalb nach einem anderen Akku oder wesentlichen Umbau ein erneuter Schwimmtest sinnvoll. [ITTC: Seakeeping Experiments](https://www.ittc.info/media/11888/75-02-07-021.pdf)
Erst danach dauerhaft befestigen
Wenn die Marken mit Fahrakku und Aufbauten wiederholt die Soll-Wasserlinie anzeigen, sichern Sie den Ballast dauerhaft und kontrollieren Sie, dass beim Transport nichts verrutscht. Lassen Sie Zugänge zu Akkus, Empfänger und Antrieb frei. Jede Gewichtsänderung verändert den getesteten Zustand; eine einmalige Einstellung ist daher nicht automatisch für andere Ausrüstung gültig. Halten Sie Zusatzgewicht an den Enden möglichst klein, weil dieses Gewicht das Nickmoment erhöht. [VMYG](https://usvmyg.org/articles/design/positioning-the-ballast/)