Zellenzahl und Nennspannung von Modellakkus richtig zuordnen
09.10.2026
Die Nennspannung eines Akkupacks ergibt sich aus Zellzahl und Zellchemie. LiPo-Beispiele zeigen, warum 2S meist 7,4 Volt und 3S 11,1 Volt bedeuten – und weshalb diese Werte weder die Ladeschlussspannung noch die Freigabe für ein Modell angeben.
Nennspannung ist ein Rechenwert pro Zelle
Auf dem Etikett eines Modellakkus stehen häufig eine Spannung und eine Angabe wie 2S oder 3S. Die Nennspannung ist ein praktischer Richtwert für die Zelle, nicht die Spannung, die man an jedem Ladezustand messen muss. Für einen LiPo setzt SkyRC etwa 3,7 V pro Zelle an. Bei mehreren Zellen in Reihe addieren sich diese Nennwerte: 2 × 3,7 V ergeben 7,4 V, 3 × 3,7 V ergeben 11,1 V. Diese Zuordnung findet sich auch in der [SkyRC-Übersicht zu RC-Akkuchemien](https://blog.skyrc.com/rc-battery-lineup-voltage-ranges-by-chemistry-types/).
LiPo-Beispiele: 2S und 3S
Für einen typischen LiPo-Pack lassen sich die Angaben also direkt prüfen: Ein als 2S markierter Pack mit 7,4 V passt rechnerisch zu zwei Zellen zu je 3,7 V; bei 3S sind es drei Zellen und 11,1 V. Traxxas verwendet dieselbe Zuordnung für ein Velineon-System: Es akzeptiert dort 2-Zellen-Packs mit 7,4 V und 3-Zellen-Packs mit 11,1 V. Das Beispiel ist jedoch keine allgemeine Freigabe für jedes Modell oder jeden Regler; es gilt für das genannte System.
Erst Chemie bestimmen, dann multiplizieren
Die Zellzahl allein genügt nicht. Der Nennwert pro Zelle hängt auch von der Chemie ab: SkyRC nennt für LiHV 3,8 V je Zelle, also 7,6 V für 2S. Das liegt zwar nahe an 7,4 V bei einem 2S-LiPo, bezeichnet aber nicht denselben Akkutyp. Darum sollten Sie beim Vergleichen sowohl die Chemiebezeichnung als auch die Zellzahl lesen. Eine ähnliche aufgedruckte Nennspannung beweist nicht, dass zwei Packs austauschbar sind.
Nennspannung ist nicht Ladeschlussspannung
Verwechseln Sie den Nennwert nicht mit der Spannung am Ladeende. Für eine volle Standard-LiPo-Zelle nennt SkyRC bis zu 4,2 V, obwohl der Nennwert bei etwa 3,7 V liegt. Bei LiHV weist dieselbe Tabelle 4,35 V je Zelle als volle Spannung aus. Damit kann ein 2S-LiPo im vollgeladenen Zustand rechnerisch bis 8,4 V erreichen, während sein Nennwert 7,4 V beträgt; bei einem 2S-LiHV-Pack lauten die entsprechenden Werte 8,7 V und 7,6 V. Die Rechenbeispiele zeigen, warum die Nennspannung nicht allein zum Einstellen des Ladeprogramms reicht. Chemie und Zellzahl müssen zum Akku passen.
Am Modell entscheidet die Freigabe
Ein korrekt berechneter Pack ist nicht automatisch für jedes Modell geeignet. Hersteller können je nach Fahrzeug oder Elektronik nur bestimmte Zellzahlen und Akkuformate vorsehen. Traxxas rät dazu, die Batterieseite des konkreten Modells zu prüfen, um die passenden Akkus zu ermitteln. Übertragen Sie die dort genannte 2S-/3S-Freigabe daher nicht auf ein anderes Fahrzeug. Prüfen Sie vor dem Anschluss die Modellanleitung beziehungsweise die Herstellerangaben zum Regler und Akku. Fehlen diese Informationen oder widersprechen sich Etikett und Anleitung, die Batterie nicht anhand einer bloßen Spannungsähnlichkeit auswählen.