Zweikomponenten-Modelliermasse für Reparaturen verarbeiten
08.10.2026
Zweikomponenten-Modelliermasse eignet sich zum Füllen von Dellen und zum Ergänzen fehlender Modellteile. Entscheidend sind ein sauberer, geeigneter Untergrund, gründliches Mischen beider Komponenten und genügend Zeit zum Aushärten.
Wann sich Epoxid-Modelliermasse eignet
Zweikomponenten-Modelliermasse ist praktisch, wenn an einem Modell nicht nur ein feiner Kratzer, sondern eine Delle, ein Spalt oder ein kleines fehlendes Volumen ergänzt werden soll. Milliput Standard wird beispielsweise für Dellen und Riefen in Metall, Kunststoff und Holz sowie für den Modellbau angeboten. Das ist kein Freibrief für jede Bruchstelle: Der Hersteller weist darauf hin, dass Milliput nicht als dünne Klebeschicht gedacht ist. Bei einem abgebrochenen filigranen Teil sollte die Masse daher nicht einfach eine hauchdünne Klebefuge ersetzen; sie eignet sich eher zum Ergänzen oder Formen eines tragfähigen Volumens. (Siehe [Anwendungsbeispiele des Herstellers](https://www.milliput.com/yellow_grey.html) und [Hinweise zur Verarbeitung](https://www.milliput.com/howto.html).)
Untergrund und Arbeitsplatz vorbereiten
Vor dem Öffnen die Reparatur trocken anpassen und überlegen, wie viel Material tatsächlich benötigt wird. So vermeidest du, dass bereits gemischte Masse unnötig herumliegt. Staub, Schmutz und Fett beeinträchtigen die Vorbereitung: Die Milliput-Anleitung empfiehlt einen sauberen Untergrund und hält fest, dass Aufrauen die Haftung verbessern kann. Bei einem glatten Modellteil genügt es nicht, die Masse außen glattzustreichen, wenn sie sich an der Kontaktfläche nicht verankern kann. Arbeite kontrolliert und beachte das Sicherheitsdatenblatt des konkreten Produkts. Für Milliput-Komponente A nennt es mögliche Hautreizung und allergische Hautreaktionen und empfiehlt Schutzhandschuhe und Augenschutz. (Quellen: [Verarbeitungsanleitung](https://www.milliput.com/howto.html), [Sicherheitsdatenblatt](https://www.milliput.com/images/user/Milliput%20Component%20A%20CLP24%20-%20Copy.pdf).)
Komponenten gründlich mischen
Nimm bei Milliput gleiche Mengen beider Stäbchen ab und knete sie zusammen, bis eine möglichst gleichmäßige Masse entstanden ist. Das Verhältnis ist produktspezifisch: Lies die Packungsanleitung, statt eine Dosierung von einer Marke auf eine andere zu übertragen. Green Stuff World weist zum Beispiel für Green Stuff darauf hin, dass ein verändertes Verhältnis der blauen und gelben Komponente die Aushärtung und die spätere Härte beeinflusst. Gerade bei Reparaturen ist ein gleichmäßiger Ansatz wichtig, damit nicht nur einzelne Bereiche der Ergänzung weich bleiben. Bereite kleine Portionen vor, die du innerhalb des angegebenen Arbeitsfensters formen kannst. ([Milliput](https://www.milliput.com/howto.html), [Green Stuff World](https://www.greenstuffworld.com/img/cms/DOWNLOADS/USER%20INSTRUCTIONS/11635-EN-ES-TOUCH-UP-TOOL-SET-2022/11635-EN-ES-TOUCH-UP-TOOL-SET-2022%20%5BUSER%20GUIDE%5D.pdf).)
Masse ansetzen, formen und glätten
Drücke die Masse in eine Vertiefung, statt sie nur über den Rand zu legen, und forme überschüssiges Material zunächst grob. Bei einer kleinen Delle an einem Modellrumpf lässt sich die Oberfläche so mit einem Werkzeug oder angefeuchtetem Finger annähern; bei einem fehlenden Eckstück wird die Masse an den angrenzenden Flächen aufgebaut und anschließend in die gewünschte Kontur gebracht. Das sind Arbeitsweisen, keine Garantie für eine bestimmte Festigkeit: Entscheidend bleiben ein geeigneter Untergrund und eine passende Materialstärke. Bei Milliput kann Wasser beim Modellieren und Glätten helfen; verwende es sparsam, damit die Masse nicht aus der Vertiefung verdrängt wird. Räume Werkzeuge zeitnah auf und prüfe die Packungsangaben zur Reinigung und Verarbeitung. (Hinweise: [Milliput-Anleitung](https://www.milliput.com/howto.html).)
Verarbeitungszeit und Aushärtung einplanen
Eine allgemeingültige Verarbeitungszeit für Zweikomponenten-Modelliermasse gibt es nicht. Die veröffentlichten Herstellerangaben zeigen bereits Unterschiede: Milliput nennt drei bis vier Stunden bis zur Aushärtung; Tamiya gibt für seine Epoxy Putty Quick Type fünf bis sechs Stunden bei Raumtemperatur an. Green Stuff World nennt für Green Stuff etwa 90 Minuten Verarbeitungszeit und maximale Härte nach 24 Stunden. Diese Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Produkte und sind nicht austauschbar. Plane deshalb zuerst die Formarbeit und halte dich für Warte-, Schleif- oder Lackierschritte an die konkrete Packungsanleitung. Solange die Masse noch nachgibt, können Druck oder ein versehentliches Anfassen die Kontur verändern. ([Milliput](https://www.milliput.com/howto.html), [Tamiya](https://www.tamiya.com/english/products/87051/index.html), [Green Stuff World](https://www.greenstuffworld.com/img/cms/DOWNLOADS/USER%20INSTRUCTIONS/11635-EN-ES-TOUCH-UP-TOOL-SET-2022/11635-EN-ES-TOUCH-UP-TOOL-SET-2022%20%5BUSER%20GUIDE%5D.pdf).)
Kontrollieren und nacharbeiten
Nach dem Aushärten die Reparatur zuerst prüfen: Sitzt die Ergänzung fest, ist die Kontur stimmig, und sind noch Vertiefungen oder Grate sichtbar? Erst wenn das jeweilige Produkt seine angegebene Aushärtung erreicht hat, ist es sinnvoll, die Oberfläche vorsichtig weiterzubearbeiten. Die drei Herstellerbeispiele nennen deutlich unterschiedliche Zeitangaben und trennen teilweise zwischen Verarbeitungszeit und maximaler Härte. Daraus folgt: Nicht allein nach der Uhr eines anderen Produkts entscheiden, ob die Reparatur schon belastbar oder lackierbereit ist. Bei einem kleinen Modellteil lieber die konkrete Anleitung beachten und unnötige Belastung während des Aushärtens vermeiden.